Schule in Froschhausen

Schulleiterin besucht Corona-Demo in Leipzig - und entschuldigt sich

Ein Mund- und Nasentschutz liegt im Unterricht in einem Geographie-Seminar in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering auf Unterrichtsunterlagen, während im Hintergrund die Schülerinnen und Schüler mit Mund- und Nasenschutz zu sehen sind.
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Während Corona müssen sich Schüler an Auflagen halten. Eine Schulleiterin hielt diese für unzumutbar (Symbolbild).

Eine Schulleiterin aus Seligenstadt war bei der Corona-Demo in Leipzig. Die Maßnahmen der Regierung empfindet die Lehrerin als übergriffig. Welche Konsequenzen ihr drohen, ist offen.

Update vom Dienstag, 01.12.2020, 11.20 Uhr: Es ist noch nicht klar, welche dienstrechtlichen Folgen die Teilnahme der Schulleiterin einer Grundschule in Froschhausen (Seligenstadt) an einer großen Corona-Demonstration in Leipzig hat. Dafür müssten erst Gespräche mit Kollegen und dem Elternbeirat stattfinden, wie ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden sagte.

Im Mittelpunkt stehe hierbei die Frage, ob die besagte Schulleiterin bereits häufiger im Zusammenhang mit bedenklichem Verhalten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus auffällig geworden sei. Die Schulleiterin habe sich inzwischen bei der Schulgemeinde für ihr Verhalten entschuldigt. Ihr war aus Sicherheitsgründen zur Eindämmung des Corona-Virus untersagt worden, für 14 Tage die Schule zu betreten.

Schulleiterin besucht Corona-Demo in Leipzig: „Viele Kinder leiden unter den Masken“

Erstmeldung vom Mittwoch, 11.11.2020: Sie sehe, wie viele Kinder unter den Masken leiden, viele Menschen ihre Existenz verlieren, zudem halte sie die Corona-Maßnahmen der Regierung für übergriffig. Diese drei Anmerkungen katapultierten Gabriele Adam, Schulleiterin der Alfred-Delp-Schule, in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses und brachten ihr einige Kritik ein.

Die Aussagen traf sie am Samstag gegenüber einem Fernsehteam des ZDF am Rand der Demonstration der Initiative „Querdenken“ in Leipzig. In der Berichterstattung des Fernsehsenders war die Pädagogin, die die Schule seit acht Jahren leitet, am Samstagabend für einige Sekunden zu sehen und zu hören.

Corona-Demo: Schulleiterin ohne Mund-Nasen-Schutz vor Kamera

Zustimmung und Kritik zur Teilnahme an der Demo in Leipzig gibt es vor allem in den so genannten sozialen Netzwerken. Hauptsächlich, weil Gabriele Adam ohne Mund-Nasen-Schutz vor der Kamera stand. Dabei ist sie, wie sie sagt, aus gesundheitlichen Gründen davon per Attest befreit.

Der Schulelternbeirat sieht das Thema hingegen gelassener. Deeskalation sei zunächst ein Ziel, so Anne Tifrassi, Mitglied des Gremiums. Die Eltern wollen nun das Gespräch mit Adam suchen. „Es ist schlimm, dass jetzt Hetze stattfindet“, sagt die Elternbeirätin.

Lehrerin: Diskussionen über Corona nicht über das Internet ausgetragen

Sie halte nichts davon, dass Diskussionen über das Internet ausgetragen werden, vielmehr setze sie auf den persönlichen Austausch. „Frau Adam ist eine sehr gute Schulleiterin, wir haben auch nicht das Gefühl, dass unsere Kinder in irgendeiner Weise manipuliert wurden“, betont sie.

Gabriele Adam unterstreicht, dass politische Statements in der Schule fehl am Platz seien, und das sei auch richtig so. „Ich habe mit Rechten und Linken überhaupt nichts zu tun, das sollten auch die Eltern wissen.“ Vielmehr setze sie sich privat für Demokratie und Menschlichkeit ein.

Nach Besuch der Corona-Demo: Meinungsfreiheit gelte auch für Schulleiter

Susanne Meißner, Leiterin des Staatlichen Schulamts in Offenbach, erklärte lediglich, dass Meinungsfreiheit auch für Schulleiter gelte. Über Inhalte eines Gesprächs mit Gabriele Adam gestern Vormittag wollte sie nichts mitteilen und berief sich auf den Persönlichkeitsschutz. (Oliver Signus)

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