Zuspruch in Stadtteilen bescheiden

Corona-Testwochenende in Seligenstadt: Nachfrage konzentrierte sich auf die Kernstadt

Ein Mann lässt sich im Bürgerhaus Froschhausen Seligenstadt von einem Mitarbeiter in Schutzkleidung auf Corona testen.
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Testangebot in Froschhausen: In den Bürgerhäusern der Stadtteile blieb der Zuspruch bis Sonntagmittag eher bescheiden.

Für eine unbeschwerte Feier oder ein paar gemütliche Stunden im Biergarten mag so mancher nach gefühlt endloser Covid-Öde meilenweit gehen. Einige wenige Kilometer nahmen am Wochenende offenbar viele in Kauf: An den beiden Corona-Testtagen in Seligenstadt konzentrierte sich das Geschehen weitgehend auf die beiden Kernstadt-Stützpunkte.

Seligenstadt – In den Bürgerhäusern in Klein-Welzheim und Froschhausen lief der Betrieb bis Sonntagmittag eher lau. So schaltete die Besatzung in Klein-Welzheim am Samstagnachmittag in den bedingten Feierabendmodus. Um die 70 Probanden hatte das Team von Kineo Medical, das unter der Regie des Hanauer Unternehmers Rocky Musleh auch das ständige Testzentrum in der Brauerei Glaab betreibt und jetzt in Kooperation mit der Stadt das Testwochenende auflegte, am Morgen und um die Mittagszeit durch die Testkabinen geschleust. Jetzt, zwei Stunden vor dem Torschluss um 18 Uhr, vermerkte der junge Mann am Empfang nur noch vereinzelte Besucher. Auch in Froschhausen war der erste Testtag mit immerhin knapp 130 Teilnehmern zur Kaffeezeit so gut wie gelaufen.

Derweil herrschte im Glaabsbräu-Innenhof der übliche Betrieb, wie ihn das Team seit der Eröffnung kennt. „Allein heute haben wir 720 Buchungen“, berichtete eine Mitarbeiterin. Knapp weniger als am Freitag, und auch für den Sonntag hätten sich schon rund 350 Bürger online einen Termin besorgt. Nach den Erfahrungen der Tester ließ das Melde-Aufkommen am Samstag um die 700 tatsächliche Testvorgänge erwarten, dazu noch die spontanen Besucher, die im Rahmen der Testtage ebenfalls willkommen waren. Wer ohne Termin erschien, musste freilich etwas länger warten, schon allein wegen der noch fälligen Registrierung.

Die ist laut Kineo-Unternehmenssprecher Bob Riemer unumgänglich, muss das Testergebnis dem Probanden doch eindeutig zuzuordnen sein. Auch brauche die Firma die Kontaktdaten, um das Resultat aufs Handy oder zum Ausdrucken per E-Mail schicken zu können. Auswertung und Benachrichtigung dauern laut Riemer selten länger als 15 Minuten. Der Test selbst sei in der Regel in zwei bis drei Minuten nach der Anmeldung erledigt.

Bis zu 80 Antigen-Schnelltests pro Stunde, damit 800 am Tag können laut Riemer am Standort Glaabsbräu abgewickelt werden. Am Samstag setzte Kineo je nach Andrang dort vier bis sechs Mitarbeiter ein. Mit Testzentren wie diesen haben Rocky Musleh, der sich vor Corona in der Event-Branche einen Namen machte, und der Mediziner Dr. Jaschar Kermani als Chef der Kineo inzwischen reichlich Erfahrung: Unter dem Label Coronatest Deutschland betreiben sie inzwischen rund 80 Standorte quer durch die Republik.

„Der Zuspruch ist sehr gut. Die Leute sind dankbar für das Angebot“, bilanzierte Bob Riemer am Sonntagmorgen. Die Station auf dem Glaabsbräu-Areal sei grundsätzlich gut besucht. Ein Ansturm, bei Schlangenbildung kontraproduktiv, werde durch die vorherige Online-Terminbuchung vermieden. Grundsätzlich sei jeder Proband willkommen, ob nun Seligenstädter oder nicht. Viele kommen inzwischen regelmäßig, so wie die Familie Fecher, die sich immer samstags einfindet – „um einfach sicher zu sein“, sagt der Vater. Die beiden Töchter haben schon Routine und stellen, durchaus zugunsten des Glaabsbräu-Teams, kritische Vergleiche mit den wöchentlichen Pflichttests in der Schule an.

Familie Stähler freute sich: Nach dem Test in der TGS-Halle stand der Kommunionfeier nichts mehr im Wege.

Andere nutzten die Testtage mit einem bestimmten Ziel. Das Ehepaar Winkler – er nach einer überstandenen OP schon Testveteran, sie immerhin mit einschlägiger Erfahrung von Friseurbesuchen – plante eine Radtour mit finaler Einkehr im Biergarten am Harressee und fand sich vorher zum Testen in der TGS-Halle ein. In den fünf Kabinen dort hatten sich bis gegen 16 Uhr am Samstag immerhin rund 300 Menschen testen lassen.

Auch am Sonntagmorgen lief der Betrieb an der Grabenstraße mit rund 30 Besuchern in den ersten zwei Stunden recht gut an. Weniger heimelig, aber weitläufiger als die Glaab-Räume erschien die Großsporthalle unter anderem der Familie Stähler als sichere Wahl für einen großen Tag, galt es doch, die Erstkommunion des Jüngsten zu begehen. Negative Resultate vorausgesetzt, stand der gemütlichen Feier im Spessart nichts mehr im Wege. (Von Karin Klemt)

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