Aktion Mensch dreht im Hotel Elysee / Inklusion auf erstem Arbeitsmarkt

Das Gefühl, gebraucht zu werden

Familiäres Arbeitsklima, gut funktionierendes Team: Katharina Truong (links) und Anke Preuß, Mitarbeiterinnen des Elysee-Hotels.
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Familiäres Arbeitsklima, gut funktionierendes Team: Katharina Truong (links) und Anke Preuß, Mitarbeiterinnen des Elysee-Hotels.

Seligenstadt – „Das Wir gewinnt“ lautet das eingängige Motto der Aktion Mensch, größte private Organisation in Deutschland zur Unterstützung sozialer Projekte für Menschen mit und ohne Behinderung. Sonntagabends präsentiert sie im ZDF vor einem Millionenpublikum die Gewinner der Fernsehlotterie und zeigt, welche sozialen Projekte sie fördert. In dem Format stellte der Fernsehsender kürzlich die Seligenstädter Beschäftigungs-Gesellschaft Förderkreis Lichtblick vor. Moderator Rudi Cerne, seit 2014 Botschafter der Aktion Mensch, stellte dazu das Hotel Elysee vor, das zeigt, wie gut Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt gelingen kann, auch in Zeiten von Corona.

Im Elysee wird immer auf Hygiene geachtet, seit Corona aber besonders. Mundschutz bei der Teamarbeit und der Frühstückszubereitung sind selbstverständlich. Im Inklusionsbetrieb schätzen die Mitarbeiter vor allem das familiäre Arbeitsklima, das Fehlen von Stress sowie das Gefühl, gebraucht zu werden und eine sinnvolle berufliche Tätigkeit auszuüben. In erster Linie aber kommt die Arbeit im funktionierenden Team bei allen gut an.

Lara Garcia Marschall von der Hotelleitung zeigte sich erfreut vom Besuch des Fernsehteams. Wie ihre Mitarbeiter hofft sie, dass dadurch vielleicht neue Gäste angelockt worden sind.

Seine Historie sieht der Förderkreis Lichtblick als Erfolgsgeschichte, getragen von Solidarität, Durchhaltewillen und dem nötigen Selbstbewusstsein sowie starken Persönlichkeiten an der Spitze. 1995 aus einer Elterninitiative gegründet, war es erklärtes Ziel, „dass Menschen mit Hilfebedarf nicht ausgesondert werden, sondern anerkannt in unserer Gesellschaft leben und arbeiten können“. Ein Satz von der Lichtblick-Internetseite, der von Johanna Wurzel stammen könnte, der langjährigen Vorsitzenden, die beim Abschied 2018 ein „mittelständisches Unternehmen“ hinterließ. Selbstverständnis des Vereins war und ist, Menschen mit Handicap über Toleranz und Akzeptanz ins gesellschaftliche Leben zu integrieren. Im Lauf der Jahre hat der Förderkreis da vorbildliche Arbeit geleistet, auf mehreren Ebenen. So bieten neben dem Hotel das Klostercafé und die Schilderstelle innerhalb der Beschäftigungs-Gesellschaft Jobs für Menschen mit Hilfsbedarf.

Privat trägt die Wohngruppe Steinheimer Tor in Kooperation mit der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach zur Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Bewohner bei. Hinzu kommt die aktive Freizeitgestaltung über das Lichtblickzentrum mit lebenspraktischen Übungen, Gruppentreffen, Gymnastikstunden und Sommerferienprogramm. mho

» Der ZDF-Bericht ist in der Mediathek zu finden unter https://www.zdf.de/gesellschaft/menschen-das-magazin/aktion-mensch-gewinner-vom-28-juni-2020-100.html.

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