Defizit bei Krippenplätzen

Seligenstadt - Der Kindertagesstättenbedarfsplan für Seligenstadt weist ein sehr gutes Angebot an Betreuungsplätzen aus. Das geht aus einem Bericht des Magistrats hervor, den die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung zur Kenntnis nahmen. Von Sabine Müller

Ab August 2013 hat jedoch bundesweit jedes Kind unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Aufgrund der derzeitigen Meldezahlen hat die Verwaltung versucht, den Bedarf zu ermitteln, und ein Defizit von 25 Plätzen errechnet. Um dieses zu decken, bieten sich laut Bericht mehrere Maßnahmen an. So wurde bis vor kurzem noch die Möglichkeit erwogen, auf dem Gelände der evangelischen Kita Regenbogen ein Modul zu errichten. Allerdings war die Frage noch ungeklärt, wer Eigentümer des Erweiterungsbaus auf kirchlichem Gelände werden würde. Zu aufwändige Abstimmungen, meinten Kirchengemeinde und Verwaltung, da nur bis 6. Januar für Investitionen zur Schaffung von Krippenplätzen beim Kreis Offenbach ein Förderantrag gestellt werden konnten.

Kindertagesstätte der Eltern-Kind-Initiative „Die Wilde 13“

Alternativ hatte sich der Vorschlag entwickelt, die Kindertagesstätte der Eltern-Kind-Initiative „Die Wilde 13“ um eine Krippengruppe mit zehn Plätzen zu erweitern. Der Platz für einen Anbau von sechs Metern Breite wäre auf dem städtischen Grundstück vorhanden, allerdings müsste die Halfpipe weichen. Die Stadt wäre Eigentümerin des Gebäudes, auch Vorstand und Team der „Wilden 13“ begrüßen diese Vorhaben. Erste Kostenschätzung des städtischen Bauamts: insgesamt 290.000 Euro.

Die Fördermöglichkeiten sind bei dieser Variante die gleichen wie bei der Modullösung: 14.500 Euro pro Platz für Investitionen plus 500 Euro pro Platz für die Ausstattung. Gelänge die Aufnahme ins Förderprogramm, könnten somit maximal 150.000 Euro eingeworben werden. Das Rechts- und Sozialamt hat hierfür den Antrag vorbereitet. Außerdem besteht die Möglichkeit, in vorhandenen Einrichtungen Kindergarten- in Kinderkrippengruppen umzuwandeln. So hat das Fachamt nach grundsätzlicher Abstimmung mit der katholischen Kirchengemeinde Fördergelder für den Umbau der Kita St. Marien beantragt. Hierfür werden je nach Umfang der Maßnahme bis zu 4000 Euro pro neu geschaffenem Betreuungsplatz plus die Ausstattungspauschale von 500 Euro in Aussicht gestellt. Das Bauamt hat errechnet, dass fünf bis sieben Krippenplätze geschaffen werden könnten, was Kosten von schätzungsweise 69.000 Euro verursachen würde.

25 Kindergartenplätze in zehn Krippenplätze umwandeln

Auch in der Kita Regenbogen könnten 25 Kindergartenplätze in zehn Krippenplätze umgewandelt werden, wenn sich – so die Prognose – der Bedarf verändern würde. Für die Umbauarbeiten (weitere Sanitärräume, Schlafraum) würden Kosten in Höhe von rund 75.000 Euro fällig.

Die Kirchengemeinde zieht eine Modullösung vor. Allerdings will die Verwaltung die Fördermittel dafür erst im Januar 2013 beantragen, so stünden im Kindergartenjahr 2012/13 die 25 Kindergartenplätze noch zur Verfügung, und der garantierte Rechtsanspruch darauf würde nicht gefährdet. Laut Magistratsbericht sind im Haushalt Mittel für die Baumaßnahmen eingeplant.

Rubriklistenbild: © dpa

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