Zusammenspiel klappt nicht auf Anhieb

Der Hopper und das Neun-Euro-Ticket: ein Selbstversuch

Hopper: Die Rentner wissen bestens Bescheid.
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Hopper: Die Rentner wissen bestens Bescheid.

Seit dem 1. Juni gilt bundesweit das Neun-Euro-Ticket im Nahverkehr. Dazu gehört im Ostkreis auch der Hopper. In einem Selbstversuch stand jedoch schnell fest: Das Zusammenspiel von Hopper und Ticket klappt noch nicht auf Anhieb.

Ostkreis – Ein verlockendes Angebot: Mit dem Neun-Euro-Ticket unterwegs, auch im Hopper. Erfahrungen bei einem Selbsttest.

Vor wenigen Tagen nutzt Herr K. erstmals den Hopper. Wegen einer Augen-Operation darf er derzeit kein Auto fahren. Das Neun-Euro-Ticket für Juni auf dem Handy eine gute Gelegenheit, den Hopper zu testen. Doch ganz so einfach ist das wohl doch nicht...

Eine Online-Hopperbuchung über die App der Kreisverkehrsgesellschaft (kvgOF) war schnell möglich. Einmal Klein-Auheim nach Zellhausen, dies allerdings ohne Chance, das Neun-Euro-Ticket geltend zu machen! Eine Zahlung per „PayPal“ wird am Vorabend schnell akzeptiert: 8,36 Euro. Ganz schön teuer, also lieber am Tag der Fahrt nochmal probieren: Gleicher Termin, gleiche Strecke, diesmal für 5,86 Euro. Okay, gebucht. Zuverlässig, pünktlich und stets online informiert, wann der Fahrer kommt, wo er abholt. Eine positive App-Bewertung ist schnell geschrieben. Vom Hopper-Fahrer erhält K. wichtige Infos. „Sie hätten das Neun-Euro-Ticket bei der Buchung angeben müssen, das gilt dann für die gesamte Fahrt.“ War online aber nicht möglich.

Abends die Rückfahrt. Online (fast) das gleiche Problem. Auf den ersten Blick nirgendwo eine Möglichkeit, das Neun-Euro-Ticket geltend zu machen. Erster Versuch: wieder 5,36 Euro; bei der Buchung waren’s dann schon 7,23 Euro. Also dann einfach mal „Bezahlung beim Fahrer“ angeklickt. Im Hopper die böse Überraschung: „Nein, ich kann Sie nicht mitnehmen! Sie brauchen eine EC-Karte, und das Neun-Euro-Ticket hilft Ihnen nichts.“

Hopper im Ostkreis: Zentrale erlaubt Fahrer, Gast zu befördern

Erst der nette Mitarbeiter in der Zentrale erlaubt dem Fahrer telefonisch, K. zu befördern, vorausgesetzt er zahlt direkt nach der Ankunft mit EC-Karte.

Gesagt, getan. Was aber K.s Puls steigen ließ, waren weitere Erkenntnisse auf der Hoppertour, auch von einem anderen Fahrgast. „Nein, das mit dem Neun-Euro-Ticket hätte Ihnen nicht geholfen“, sagt der Fahrer, „Sie hätten so oder so 7,23 Euro bezahlen müssen.“ Hat K. richtig gehört? Offenbar!

Was ihm vielleicht zugutekommt, ist eine andere Info während der 45-Minuten-Fahrt von Zellhausen nach Klein-Auheim mit Zwischenstopp Froschhausen: Er ist Rentner, hat einen Schwerbehinderten-Ausweis. Rentner, so erfährt K., die wissen bestens Bescheid. „Die gehen in ihr Rathaus und lassen sich eine Bescheinigung geben, dann bekommen sie eine Geheimnummer, und wir fahren sie auch kostenlos zum Einkaufen.“

Eine Woche später noch zwei Fahrten für K. Vielleicht hatte er ja zuvor eine schlechte Woche erwischt. Auch weiß er inzwischen von einer Bekannten: „Das Neun-Euro-Ticket kannst Du schon eingeben, da musst Du nur...“ Mehrere Klicks später ein Häkchen bei „RMW-Fahrkarte“, es klappt!

Zahlreiche Fahrten mit dem Hopper zwischen Klein-Auheim und Zellhausen

Was bleibt, sind die verschiedenen Angebote für ein und dieselbe Fahrt: zwischen 5,20 und 8,36 Euro. Dritte Fahrt, alles bestens, der Hopper kommt 20 Minuten früher als vorgesehen, ist nach 25 Minuten Fahrt superpünktlich am Ankunftsort. Abends die (bisher) vierte und längste Fahrt. Zustieg in Zellhausen, 18.13 Uhr. „Wir holen noch eine Mitfahrerin hier im Ort ab“, sagt der Fahrer. Die Tour geht zunächst nach Mainflingen, und schon kommt ein weiterer Auftrag hinzu: Eine Seligenstädterin, die den Hopper „auch mal testen will“, vom Zustieg nahe der Asklepios-Klinik für einen Euro zur Gaststätte Milano am anderen Ende der Stadt. Auch dieser Fahrer bestätigt, dass sich „viele Rentner gut auskennen und Ermäßigungs-Bescheinigungen in Rathäusern holen“.

Ankunft schließlich in Klein-Auheim um 19 Uhr. Der Fahrer checkt freundlicherweise noch, ob das Neun-Euro-Ticket in der App eingetragen ist. Hätte K. das alles nur vorher gewusst...  (beko)

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