In Stadtnähe drohen Konflikte

Die problematische Suche nach einer Hundespielwiese in Seligenstadt

Hundespielwiese in Hainburg
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Spielwiese in Hainburg: Fast ausschließlich positive Rückmeldungen von den Hundebesitzern.

Zwar ging es der Seligenstädter Verwaltung bei der Auskundschaftung einer denkbaren Spielwiese um das Wohl der Hunde dieser Stadt, doch sieht es so aus, als seien sämtliche Mühen des Amts für Stadtentwicklung für die Katz gewesen.

Seligenstadt – Denn im Gegensatz zu den Nachbarkommunen Hainburg, Rodgau oder Hanau, die einen entsprechenden Auslauf gefunden haben und Frauchen und Herrchen sowie deren Lieblingen längst zur Verfügung stellen, ist die Suche in der Einhardstadt offenkundig ungleich schwerer, wie aus einem Bericht des Magistrats hervorgeht.

Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Dezember 2020 sollte der Magistrat „prüfen, an welcher Stelle im Stadtgebiet ein geeigneter Bereich für den kontrollierbaren Auslauf von Hunden definiert werden kann.“ Zur Orientierung (Größe, Sicherung) sollte die rund 2400 Quadratmeter große Hundespielwiese am Triebweg in Klein-Krotzenburg (Außenbereich) dienen. In Rodgau ist die Fläche etwa 1,36 Hektar groß und liegt im Außenbereich des Stadtteils Dudenhofen.

Die Kosten sind überschaubar, Hainburg gab 4 500 Euro für das Material aus (Zaun, Anpflanzungen, Ausstattung), den Aufbau übernahm der Bauhof in Eigenleistung. In Rodgau ist die Wiese dagegen nicht eingezäunt. Ein halbes Dutzend Bänke und Papierkörbe wurden am Waldrand aufgestellt. Die Kosten lagen bei rund 15 000 Euro, dazu kommen Kosten für die Bänke, Papierkörbe und HuKo-Ständer. Die Reparaturarbeiten an Bänken und Papierkörben werden vom städtischen Bauhof ausgeführt, die Kosten dafür betragen etwa 1 000 Euro im Jahr.

Kreis Offenbach: In Hainburg gab es zur Hundespielwiese fast ausschließlich positive Rückmeldungen

Sowohl Hainburg also auch Rodgau haben bislang überwiegend gute Erfahrungen gemacht. In Hainburg kamen fast ausschließlich positive Rückmeldungen von den Bürgern.

Wer beseitigt die Hundehaufen? In Hainburg müssen das die Hundebesitzer übernehmen. Dazu hat die Gemeinde einen Spender für Hundekottüten und einen Abfalleimer installiert. „Aus Rodgau wurde gemeldet, dass die Hundehaufen nicht beseitigt werden“, hat das Amts für Stadtentwicklung festgehalten.

In der Stadt Seligenstadt und ihren Stadtteilen erwies es sich als sehr problematisch, ein geeignetes Gelände zu finden, das von den Hundebesitzern auch ohne Fahrzeug zu erreichen ist, hat der Magistrat schnell festgestellt. „Stadtnahe Gelände können zu Konflikten mit angrenzenden Wohnbebauungen oder Verkehrswegen führen. Das Mainufergelände ist nicht geeignet, da hier kein dauerhafter Zaun errichtet werden darf.“ Und den hält der Magistrat für erforderlich, um Konflikten mit Fußgängern, Radfahrern oder Inlinern zu vermeiden.

  • In eine Art Vorauswahl für eine Hundespielwiese in Seligenstadt kamen diese sechs Flächen:
  • Froschhausen, Schulstraße (insgesamt 1 727 Quadratmeter); Problem: Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet und in der Nähe von Wohnbebauung.
  • Froschhausen, An der Lache (2 245 Quadratmeter); Problem: Die Fläche grenzt an Wohnbebauung.
  • Klein-Welzheim, Im Gieren (6 000 Quadratmeter) nördlich der Kleingärten und Im Bachgewann (gegenüber Hundesportverein, 6 911 Quadratmeter); Problem: Das Gelände ist verpachtet und liegt im Landschaftsschutzgebiet.
  • Seligenstadt, hinter der Einhardschule (830 Quadratmeter); Problem: Das Gelände muss freigelegt werden, liegt zudem in der Nähe von Wohnbebauung und Schule.
  • Seligenstadt, hinter der Einhardschule (3 864 Quadratmeter); Problem: Das Gelände ist verpachtet und liegt neben der Schule.
  • Sportgelände Zellhäuser Straße (900 Quadratmeter); Problem: Das Gelände liegt direkt an der Landesstraße.

Umsetzung einer Hundespielwiese in Seligenstadt (Kreis Offenbach) ist schwierig

Trotz vermeintlich großer Auswahl scheint Euphorie nicht angebracht: „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass derzeit große Probleme bei der Umsetzung von Maßnahmen im Außenbereich seitens der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach zu erwarten sind“, schließt der Magistrat seinen Bericht. (mho)

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