Doppelpremiere an der Elferspitze

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Protokollarische Premiere für den frisch gebackenen Ratsherren Frank Seibel.

Seligenstadt (kai) ‐ Mit Jubel, Trubel, Heiterkeit und gleich zwei waschechten Premieren wartete die Karnevalsabteilung der Seligenstädter Turngesellschaft im Verlauf ihrer beiden Galasitzungen am Wochenende im Riesen auf.

Wie im Vorfeld angekündigt, sollten gleich einige Neuerungen „das Interesse des närrischen Publikums wecken und die Veranstaltung aufpeppen“.

Kurz und gut: Nach drei mal elf Jahren im Präsidentensitz hat sich die so in einem Intro-Film dargestellte „Krone der Schöpfung“, Manfred Kreis, aufs Sitzungs-Altenteil zurückgezogen und macht nun dem Nachwuchs Platz: Den trat am Samstag nicht nur der aus etlichen Jahren Bühnenpräsenz bekannte André Schouten an, sondern (zweite Premiere) auch die gleichfalls einschlägig vorerfahrene erste Sitzungspräsidentin, Martina Weih. Die hatte denn auch gleich einen kompletten Damenrat im Schlepptau, sodass die Narretei in blau und silber fortan emanzipiert gefeiert wird.

Bilder der Galasitzung

Galasitzungen der TGS

Unter deren Augen fackelten die TGS-Aktiven und Gäste von auswärts wieder ein über fünfstündiges, buntes Programm des Frohsinns und der guten Laune ab. Doch halt! Vier Augen fehlen noch für den Beginn des Sitzungsreigens: Kinderprinz Paul I. (Sommer) und ihre Lieblichkeit, Prinzess Rebecca I. Nagel („Wir freuen uns wie Bolle und sind ganz von der Rolle“) werden, begleitet von den Pagen Max Sommer und Carolin Beck sowie vom Till (Marie Sommer), das närrische Nachwuchszepter schwingen. Während beim Prinz daheim die komplette Familie fastnachtlich vorbelastet und involviert ist, hat Prinzessin Rebecca erst vor fünf Jahren mit dem Umzug der Familie nach Seligenstadt ersten Schlumber-Kontakt gehabt. Jetzt hat sie auch einen daheim: Papa Dieter ist einer der beiden neuen TGS-Ratsherren.

Tanz und Gesang, Büttensolo und Zwiegespräch bestimmten fortan das Bühnengeschehen, und das Publikum sah die Akteure mit Wohlgefallen: allen voran Wolfgang Braun. Das Bütten-As war auch als „Heimwerker wider Willen“ eine Bank: „Mein Kleister, der babbt lebenslänglich.“ Wer dazu noch mit zwei Vierer-Dübeln ein Achter-Loch bohrt und bei der Glühbirnen-Montage die Fassung verliert, dem ist die Publikumsgunst gewiss.

„Für Singles und solche, die es werden wollen,“ inszenierten Matteo Siddi und Dominik Stadler heuer eine Kochshow, bei der kein Auge trocken blieb. Der interaktive Vortrag klärte unter anderem über das „Kochen nach beiderlei Art“ auf – je nachdem, ob die Gäste wiederkommen sollen oder nicht. Auch das Rätsel um das „Sellestädter Menü“ wurde gelüftet. Es besteht aus drei Gängen: zum Metzger, zum Bäcker und zum Supermarkt. Für sein elftes Bühnenjubiläum bekam Matteo Siddi von seinem Zwiegesprächspartner einen Eintracht-Bembel geschenkt.

Prinzenmutter Susanne Sommer und Peter Zelder hatten sich dieses Jahr in Sari und Seide verpackt und warfen sich als „Inderin und Flaschengeist“ die Pointenbälle zu. Als Premierenprotokoller und zweiter Neuer in der Ratsherrenriege reimte sich Frank Seibel durchs Orts- und Weltgeschehen, bevor Marina D’Alessio und Nadine Kley im Zwiegespräch der Frage nachgingen, ob Hirn oder Highheels bei den Schlumber-Männern besser ankommen. Als „Sellestädter Mädsche und Partymaus“ hatten die beiden TGS-Eigengewächse bei ihrem ersten Vortragsauftritt die Lacher auf ihrer Seite.Nicht nur Party- sondern auch Tanzmäuse sind in den Reihen der Turngesellschaft zu finden. Gleich 53 davon wirbelten im Miniballett über die Bühne. Unter dem Titel „Little Amadeus“ hatten die Kleinen zusammen mit ihrer Trainerin Alice Schouten eine tänzerische Reise von Klassik über Pop bis Hiphop einstudiert. Die Minigarde mit den Kleinsten unter der Leitung von Sonja Zöller wartete mit einer frechen Pipi-Langstrumpf-Show auf, und die großen Gardemädchen hatten mit Daniela Hell eine Polka vorbereitet. Nicht wegzudenken aus der TGS-Fastnacht sind die Showtanz-Gruppen: „Waka waka“ hieß es diesmal bei den Dancing Sisters, die unter der Regie von Anja Kley und Jessica Benad – und mit Prinzessin Rebecca sowie Page Carolin in ihren Reihen – auf die Frauenfußball-WM in Deutschland einstimmten. Einen höllisch guten „Tanz der Teufel“ zeigten die Lamettas (Leitung: Simone Ochs), und nach Spanien entführte „un, dos, tres“ die Gruppe „Experiences“ (Ira Wenzel). „Black and White“ hieß zu später Stunde das Thema des Männerballetts, das Sabine Ehmig mit den Kerlen einstudiert hatte.

„Ole reloaded“ hieß es, anknüpfend an den musikalischen Knaller des Duos Stadler/Siddi vom vergangenen Jahr, erneut. Ob es sich um einen nordischen Vornamen oder einen spanischen Freudenruf handelt, ist aber nach wie vor nicht hinreichend geklärt. Im Gegensatz dazu scheint aber klar wie Kloßbrühe, dass „Die Superhelden“ auch im nächsten Jahr wieder den Riesen rocken müssen: Mit ihrer Neue-Deutsche-Welle-Show holten sie nicht nur gekonnt den Saal aus dem Pausenkoma, sondern lieferten überzeugende Argumente für einen ausführlichen Besuch in der Sektbar – natürlich erst nach der Sitzung.

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