Drei Zeitfenster zur Wahl

Noch eine Hürde, dann öffnet die Stadt ihr Freibad

Disziplin wie hier beim Zwölf-Stunden-Schwimmen ist bei den Badegästen erforderlich, wenn das Freibad am 6. Juli endlich öffnet.
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Disziplin wie hier beim Zwölf-Stunden-Schwimmen ist bei den Badegästen erforderlich, wenn das Freibad am 6. Juli endlich öffnet.

Die Sache mutet grotesk an, folgt aber einer Logik und einem Zwang: Erst wenn das Stadtparlament beim Nachsitzen in Klein-Welzheim auf einen grünen Zweig kommt, können wir endlich die Badehose einpacken und uns mit dem kleinen Schwesterlein im Seligenstädter Freibad erfrischen.

Seligenstadt – Freilich erleben wir keine normale, sondern eine pandemische Saison mit eingeschränkter Nutzung und weiteren Feinheiten, zu deren Umsetzung in der Sondersitzung die Anpassung der Gebührensatzung abgesegnet werden muss. Kommt der Beschluss zustande, öffnet das Freibad am Montag, 6. Juli.

„Die aktuelle Situation mit verpflichtenden Hygienevorschriften und Abstandsregeln lässt Normalbetrieb nicht zu. Wir haben daher intensiv an einem Konzept gearbeitet, das es uns ermöglicht, trotz der strengen Auflagen einen Sommer in unserem schönen Freibad anzubieten“, so Bürgermeister Daniell Bastian (FDP), der den Magistrat an seiner Seite weiß.

Eine formale Änderung betrifft den Kartenverkauf (Kasten). Auch kann niemand den ganzen Tag auf der Anlage verbringen. Zwischen 9 und 20 Uhr stehen dem Gast täglich drei Zeitfenster zur Wahl: 9 bis 12, 13 bis 16, 17 bis 20 Uhr. Die Phase dazwischen nutzt die Stadt, um Umkleidekabinen oder Nasszellen zu reinigen und zu desinfizieren. Dafür wird die Anlage komplett geräumt.

Zu den Vorgaben gehört, dass nur eine Person pro fünf Quadratmeter Wasserfläche im Bad sein darf; bei 2 000 Quadratmetern sind das 400 Gäste. Zwar ist da noch die große Liegewiese, aber das spielt keine Rolle, es geht um die Becken. Und weil die Stadt kein Aufsichtspersonal beschäftigen kann oder will, das ständig die Schwimmer durchzählt, bleibt‘s dabei.

Unter diesen Voraussetzungen kommt das Bad nicht auf 5 000 Besucher am Tag wie gewohnt, sondern auf maximal 1 200. Ein drohendes Verlustgeschäft, das die Stadt bewusst eingeht, um den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger entgegenzukommen.

Verkraften müssen Gäste, dass sie bestimmte Attraktionen aus hygienischen Gründen nicht nutzen dürfen, nämlich Rutsche und Sprungturm. Nicht zur Verfügung stehen auch die Garderobenschränke. Schlimm für Familien: Auch der Kleinkinderbereich ist tabu!

Verkauf von Speisen und Getränken am Kiosk ist allerdings geplant. Modern geht‘s an der Kasse zu: Zutritt entweder mit Druckversion oder elektronischem Ticket (QR-Code) auf dem Handy. Da die Zahl der Badegäste beschränkt ist, werden sie mit Betreten der Anlage im System verbucht und nach Verlassen der Anlage ausgetragen. „Wer nicht über die notwendige Online-Technik verfügen, kann in der Tourist-Info buchen“, sagt Bastian. Vorteil des Systems sei neben dem bargeldlosen Zahlungsverkehr, dass Bürger gleich sehen, ob am Wunschtag Plätze frei sind. „Warteschlangen können so weitgehend vermieden werden.“

Dennoch appelliert der Bürgermeister vorsorglich an Geduld und Disziplin, erinnert zudem an Mund-Nase-Schutz in den ausgewiesenen Zonen. VON MICHAEL HOFMANN

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