Buchsbaumzünsler treibt sein Unwesen

Dufte Fallen aufgestellt

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Mit Duftfallen forscht Stefanie Göttert im Klostergarten nach Möglichkeiten dem Buchsbaumzünsler den Garaus zu machen.   J Foto: paw

Seligenstadt - Mit Duftfallen rückt neuerdings Diplom-Biologin Stefanie Göttig dem Buchsbaumzünsler im Seligenstädter Klostergarten zu Leibe, um Grundlagen für geeignete Bekämpfungsmaßnahmen zu finden. Ziel ist es die beste Zeit für Bekämpfungsmaßnahmen abzupassen. Von Armin Wronski

Sechs Pheromonfallen hat Stefanie Göttig auf der gesamten Anlage platziert. „Unser Forschungsziel ist es, die genaue Pheromonzusammensetzung des weiblichen Sexualstoffes der Buchsbaumzünsler zu finden, damit wir den Falterflug zuverlässig überwachen zu können.“ Die Überwachung dient der Erfassung von biologischen Daten des Zünslers. „Wenn wir die Biologie des Schädlings verstehen, ist es möglich den Einsatz von Bekämpfungsmaßnahmen gegen die gefräßigen Raupen zu steuern oder sogar auch das Paarungsverhalten der Falter zu stören und so die Eiablage einzudämmen“, hofft die Doktorandin am Darmstädter Julius-Kühn-Institut zu erfahren.

Bereits seit Mai vergangenen Jahres hat die Abteilung für Entomonologie (Insektenkunde) unter der Leitung von Dr. Annette Herz des Instituts in der Gartenanlage eine Lichtfalle installiert. Mit ihr soll das Flugverhalten der Falter erforscht werden. „Wir gewinnen so Rückschlüsse auf die Population und Wanderung des Schädlings“, sagt die Wissenschaftlerin.

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) tritt in Mitteleuropa seit 2007 als eingeschlepptes Insekt auf. „Der Parasit stammt aus Ostasien und wurde vermutlich mit Buxuspflanzen aus China importiert, die in den hiesigen Bau- und Gartenmärkte zu haben sind“, vermutet Stefanie Göttig. Seine Verbreitung hatte ihren Ausgangspunkt in der Schweiz, griff dann auf Deutschland über. Mittlerweile sind auch Frankreich, Österreich, die Niederlande und Großbritannien betroffen. Pro Jahr gibt es zwei bis drei Generationen des Schädlings.

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Nach Eiablage schlüpfen bei 25 Grad Lufttemperatur fünf Tage später kleine Larven, die sich 25 Tage über das Buchsgrün hermachen und sich dann verpuppen. Nach zehn Tagen schlüpfen die Falter mit einer Flügelspannweite von etwa vier Zentimetern. „Die Falter haben einen geschätzten Aktionsradius von gut fünf Kilometern. In diesem Revier sind dann keine Buchspflanzungen vor ihnen sicher“, ist von Annette Herz zu erfahren.

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