„Bleibt gesund, wir sehen uns bald wieder“

Eindrücke und Grüße in Zeiten der Corona-Krise aus Seligenstadts Partnerstadt Triel-sur-Seine

Mitarbeiter von Kliniken erfreuen sich auch in Frankreich großer Solidarität.
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Mitarbeiter von Kliniken erfreuen sich auch in Frankreich großer Solidarität.

Angesichts der Corona-Krise blicken wir in Seligenstadts Partnerstädte. Den Anfang machte Brookfield/USA, es folgt Triel in Frankreich.

Seligenstadt – Wie sieht es angesichts der Corona-Krise in den Partnerstädten Seligenstadts aus? Unserem Blick nach Brookfield/USA folgt an dieser Stelle eine Stimme aus Triel/Frankreich. Eindrücke aus Piedimonte/Italien sollen unsere Serie beschließen. 

Kürzlich telefonierte Christine Spitzenberg vom Europäischen Freundeskreis Seligenstadt (EFS) mit Nicole Jusserand, Präsidentin des Partnervereins Amitié Européenne de Triel (AET). Deren Einschätzung: „In Frankreich geht es strenger zu als in Deutschland. Öffentliches Leben ist stark eingeschränkt, es herrscht strikte Ausgangssperre, zunächst bis zum 15. April. 

Bürger dürfen das Haus maximal eine Stunde pro Tag verlassen, und das auch nur im Radius von einem Kilometer. Nur einer pro Haushalt darf einkaufen gehen. Wer das Haus verlässt, muss ein Formular mit sich führen, auf dem der Grund vermerkt ist, sonst drohen Strafen von bis zu 135 Euro.“ Nudeln und Klopapier seien übrigens so knapp wie in Deutschland.

Auch in Triel zeigen Menschen ihre Anerkennung für Corona-Helfe

Nicole Jusserand und ihr Mann sind seit dem 15. März zu Hause. Sie sind entspannt und gelassen, können sogar etwas die Ruhe genießen. Die AET hat ebenso wie der EFS alle Aktivitäten absagen müssen. Darunter fällt der Frühlingsausflug mit den Mitgliedern, für den 29. März geplant, sowie die für Mai vorgesehene Reise nach Berlin. Sie wird voraussichtlich 2021 nachgeholt.

Jusserands gute Nachricht: „In Triel herrscht sehr große Solidarität, die Menschen helfen einander.“ So habe sich eine Gruppe namens Triel Solidarité gegründet. Via Facebook kann sich melden, wer Hilfe benötigt. „Da werden Einkäufe und Besorgungen erledigt, eine werdende Mutter wurde sogar ins Krankenhaus gebracht.“ Die Gruppe organisiert auch Essen für Leute, die im Krankenhaus arbeiten und nicht einkaufen oder kochen können. „Jeden Abend um 20 Uhr klatschen die Menschen am Fenster“, berichtet Jusserand weiter. „Und jeden Mittwoch läuten die Kirchenglocken, Menschen stellen Kerzen auf ihre Fensterbänke.“

In Triel stehen Lokalwahlen an

Wenn auch heftig umstritten, ging am 15. März die erste Runde der Kommunalwahlen über die Bühne. Triels amtierender Bürgermeister Joel Mancel kandidierte nicht mehr, er verabschiedet sich in den Ruhestand. Da die zweite Runde vermutlich erst Ende Juni folgen kann, führt er die Geschäfte zunächst weiter; eine für Mai geplante private Reise kann er wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich sowieso nicht machen. Im Juni treten die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen aus der ersten Runde gegeneinander an.

Nicole Jusserand grüßt alle Seligenstädter ganz herzlich. „Bleibt gesund“, sagt sie, „wir freuen uns sehr auf ein baldiges Wiedersehen!“ mt

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