Skepsis beim „Turboabitur G8“

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Diskutierten über Schulpolitik (sitzend, v.l.): René Rock ( FDP), Ismail Tipi ( CDU), Cars ten Müller ( SPD), Angela Dorn (Grüne) und Janine Wissler (Linke). Am Stehpult Christina Poppe, eine der Moderatoren der Runde.

Seligenstadt (paw) - Eine deutliche Antwort auf die Frage G8 oder G9 gaben die Schülerinnen und Schüler im Forum der Einhardschule (EHS): Nicht einmal zehn der rund 200 Jugendlichen im Auditorium stimmten für das so genannte „Turboabitur“ G8.

Im Verlauf des Projektes „Parteipolitik unter der Lupe“ stellten sich die Mandatsträger von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Grüne und der Linken, den Fragen der Jahrgangstufen 12 über die Themen: Bildungs-, Medien- und Integrationspolitik.

„Wir sollten es den Schulen und Eltern überlassen welchen der beiden Schulabschlüsse sie den Schülern empfehlen“, meint der FDP- Landtagsabgeordnete René Rock. Vor die Frage gestellt, welchen Abschluss er einmal für seinen eigenen Nachwuchs wählen würde, sei das wohl G9. Auch sein Landtagskollege Ismail Tipi von der CDU ist für die freie Wahl zum Oberschulabschluss. Für den Kreisbeigeordneten Carsten Müller (SPD) konnte das Konzept von Anfang an nie funktionieren: „Jetzt macht das Kultusministerium eine Rolle rückwärts und gesteht damit ein, Fehler gemacht zu haben.“

Die Bündnis 90/Grüne Abgeordnete Angela Dorn: „Ich bin emotional für G9, denn die jungen Menschen brauchen auch mal Zeit für die Freizeit und Abstand vom Schulstress.“ Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Janine Wissler, meinte: „Es ist unerträglich, das Kinder nach der vierten Grundschulklasse entscheiden müssen, welche weiterführende Schule für sie in Frage kommt. Deshalb sollte es grundsätzlich eine längerer Schulzeit sein.“ Leidenschaftlich appellierte Ismail Tipi an die jungen Leute im EHS-Forum, möglichst alle sich bietenden Bildungsformen in diesem Land zu nutzen und schließt vor allem die Menschen mit Migrationshintergrund damit ein. „Mittlerweile haben 20 Prozent der bei uns lebenden Bürger ihre Wurzeln nicht in der Bundesrepublik. Die gilt es zu integrieren und dazu ist das Beherrschen der deutschen Sprache zwingend notwendig“, so der CDU-Landespolitiker, der selbst aus der Türkei stammt. „Wir brauchen die Zuwanderung von mehr als 300 000 Neubürgern im Jahr zur Finanzierung unseres Rentensystems der nächsten Generationen“, stellte der Sozialdezernent des Kreises Offenbach Carsten Müller fest.

Beim Thema „Medienpolitik“ standen die öffentlichen Auseinandersetzungen zum Mohammed-Video im Fokus der Podiumsdiskussion.

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