Verkehrskommission tagt

Elektro-Poller am Marktplatz: Stadtrat Gerheim kündigt Probephase an

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Verbotsschild vor der Bäckerei Haas: Kostenpflichtige Verwarnung um 7 Uhr morgens.

Den PS-stark motorisierten Marktplatz-Konquistador in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Verbotsschilder schon gar nicht. Diese Erfahrungen macht die Seligenstädter Stadtverwaltung seit Jahren.

Seligenstadt – Drastischen Schritte zur Einhaltung der Querungsverbote oder Eindämmung dieser Unsitte unterblieben freilich zumeist, sodass - vor allem in den Abendstunden - die Freunde gepflegter Marktplatzrunden quietschvergnügt an den Verbotsschildern vorbei zu ihren Touren aufbrachen und -brechen.

Doch, so hat es den Anschein, könnten die Zeiten unbeschwerter Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung bald vorüber sein. Zum einen hat, so Erster Stadtrat Michael Gerheim (SPD) gestern, dieser Tage die Staatsmacht morgens um 7 Uhr am Verbotsschild vor der Bäckerei Haas auf Verkehrssünder gewartet und ihnen kostenpflichtige Verwarnungen mit auf den Weg zur Arbeit gegeben. Also ein erstens großes symbolisches Stoppschild errichtet. Zum anderen plant der Erste Stadtrat die Zurhilfenahme von Pollern. Über dieses Thema und seine möglichen Weiterungen, so Gerheim, werde die Verkehrskommission mit allen Beteiligten noch intensiv diskutieren. Doch, so viel ist klar, es soll eine Probephase mit einem (versenkbaren) elektronischen Poller geben. Dafür reichen die rund 30 000 Euro, die die Stadt in den laufenden Etat eingestellt hat, wohl aus. Wahrscheinlich, dass er irgendwo am anderen Markplatzzugang auf der Frankfurter Straße installiert wird. Noch nicht klar scheint das zu verwendende Modell, da es Chip, Zugangscode oder auch ein Kombinationsmodell gibt. Gegen diese elegante Lösung haben Vorschläge aus der Bevölkerung (Schranke, Ampel) nur geringe Chancen auf Verwirklichung: „Daran hält sich ja auch wieder keiner.“ Allerdings ist die Angelegenheit komplizierter als vermutet. Denn die falsche Positionierung des Pollers könnte gerade in der Altstadt Verkehrsströme auslösen, die weder erwünscht, noch sinnvoll sind.

Sollte aber der Testlauf gelingen, will Gerheim sich auf diesem Weg weiter vorantasten. So trägt er sich beispielsweise mit der Idee, sonntags die Aschaffenburger Straße oben am Obertor bequem mit einem dieser versenkbaren Poller abzuriegeln. Vor allem, um Touristen daran zu hindern bis in die kleinste Altstadtgasse hinein auf Parkplatzsuche zu gehen. Man dürfe aber den Autoverkehr auch nicht verteufeln, meint Bürgermeister Dr. Daniell Bastian. Deshalb müsse man Parkplatz-Angebote unterbreiten und eine Verkehrslenkung ausarbeiten.  mho

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