Notizbuch: Endlich zum Ende kommen

Seligenstadt - Als Hainburgs Bürgermeister Bernhard Bessel beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins die Investitionen der Gemeinde herausstellte und dabei die Unterführung am Hainstädter Bahnhof erwähnte, erntete er spontanes und lautstarkes Gelächter.

Doch das schien den Verwaltungschef weder zu überraschen noch zu schocken. War er doch schließlich gut informiert und wusste, dass die „vergessenen Stufen“ am Vorabend gleich mehrfach Thema bei der ersten Fastnachts-Galasitzung der Örtlichen Vereine und Verbände in Klein-Krotzenburg waren. Viele Besucher des Gewerbevereins-Empfangs waren wohl Gäste beim närrischen ÖVV-Abend und erinnerten sich an die amüsanten Beiträge. Vor allem wenn lokale Themen auf die Schippe genommen werden - Grenzen des Anstandes müssen natürlich gewahrt bleiben - dann ist der Karneval eben besonders interessant.

Einen Tag später kam das Projekt Bahnunterführung schon wieder zur Sprache. Diesmal in der Haupt- und Finanzausschusssitzung der Gemeindevertretung. Die Grünen wollten wissen, warum Pumpe, Hebebühne und Beleuchtung noch nicht in Betrieb sind. Hintergrund: Einige Tage davor stand wohl Wasser im Durchgang unter den Gleisen. Außerdem nehmen viele Bahnkunden trotz ständiger Warnungen nach wie vor den direkten und höchst gefährlichen Weg über die Schienen. Bürgermeister Bessel teilte den Gemeindevertretern mit, dass die beauftragte Firma wegen der anhaltenden winterlichen Temperaturen die Arbeiten seit geraumer Zeit eingestellt habe. Auch die EVO habe die elektrischen Anschlüsse für Beleuchtung und Pumpe nicht herstellen können. Laut Auskunft der EVO sind jedoch die Voraussetzungen für den Stromanschluss bereits Anfang Dezember des vergangenen Jahres geschaffen worden. Zur endgültigen Inbetriebnahme müsse der Betreiber der Anlage, also die Gemeinde, jedoch - wie jeder normaler Stromkunde auch - einen entsprechenden Antrag stellen. Dann könne die EVO innerhalb kürzester Zeit - die Rede ist von zwei Tagen - die noch fehlenden Aufträge erfüllen. Der erforderliche Antrag aber habe bis Mitte dieser Woche noch nicht beim Energieversorger vorgelegen. Höchste Zeit also, wenn Anfang nächster Woche die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden sollen. Und die sollten möglichst rasch zu Ende gebracht werden, denn die Hainburger Bürger warten sehnsüchtig auf die Einweihung, deren Termin ohnehin schon seit mehren Monaten überfällig ist. Außerdem befinden sich die Anlieger des Hainstädter Bahnhofes noch immer darüber im Unklaren, wer für die Schäden aufkommt, die bei den Rammarbeiten für die Spundwände an ihren Häusern entstanden sind.

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