Seligenstädter Don-Bosco-Schüler simulieren Urnengang

Faktencheck mit Wahl-O-Mat

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Projekt Juniorwahl an der Don-Bosco-Schule: Vor dem „Wahl-O-Mat“ rauchten gestern die Köpfe, als es 39 Fragen zu beantworten galt.  

Seligenstadt - Nächste Runde beim bundesweiten Projekt „Juniorwahl“, an dem sich - wie berichtet - die Klein-Welzheimer Don Bosco Schule beteiligt. Gestern rauchten die Köpfe der Schüler, als sie sich mit dem „Wahl-O-Mat“ beschäftigten. Von Oliver Signus 

Terrorismusbekämpfung mit Hilfe von Bundeswehrsoldaten, Schuldenschnitt für Griechenland, Obergrenze für Asylsuchende, Renteneintritt bereits nach 40 Jahren - die insgesamt 39 Fragen im „Wahl-O-Mat“ zur Bundestagswahl, die die Schüler der zehnten Klassen der Don-Bosco-Schule gestern beantworten mussten, hatten es zum Teil in sich. Doch die 15- bis 17-Jährigen sind gut vorbereitet, ein paar kurze Erläuterungen von Lehrer David Wagner reichen, um „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ drücken und zur nächsten Frage zu gelangen. Wer sich für welche Antwort entscheidet, bleibt geheim.

Bei Halbzeit ist eine kurze Pause, Zeit zum Fragen stellen. „Sehr interessant“ findet Natalie die Fragen, und ihr Schulkamerad Pascal schließt sich an. Er findet, dass der „Wahl-O-Mat“ eine gute Idee ist, um sich eine Meinung zu bilden. Die - so sind sich die Schüler insgesamt einig - möchten sie allerdings für sich behalten, und nicht in sozialen Medien kund tun. Wohl aber würden die meisten - wie Ivo und Mila - den „Wahl-O-Mat“ auf Facebook & Co Freunden weiter empfehlen. Mila glaubt zudem, dass dieses Instrument auch Erwachsenen bei der Entscheidung hilft. Innerhalb der Familie spricht mancher dieses Thema dennoch erst gar nicht, weil sich die Eltern nicht für Politik interessieren.

Das Interesse dafür bei den Schülern zu wecken, sei gar nicht schwer gewesen, sagt Lehrer Jörg Dreßen, der die Berufsorientierungsstufe an der Förderschule leitet. Sie hätten sich mit viel Begeisterung auf das Thema Bundestagswahl eingelassen.

Neben theoretischen Lerneinheiten, in denen sie sich unter anderem mit der Definition des Begriffs „Demokratie“ befassten, haben sich die Zehntklässler auch die Wahlwerbespots der einzelnen Parteien angeschaut. Durchgefallen ist bei den jungen Menschen vor allem der Beitrag der FDP, sagt Dreßen. „Der Spot geht vollkommen an den Schülern vorbei.“ Hingegen hätten Grüne und Linke bei ihnen punkten können.

Auch an der Schule hinterlässt die Auseinandersetzung mit der anstehenden Wahl ganz offensichtlich Spuren. So gibt es für die anstehende Schulsprecherwahl mit acht Kandidaten eine recht große Anzahl an Interessenten. Sitzungen der Schülervertretung finden regelmäßig statt, sagt Dreßen, und die Schüler lernten auch, dass sich Beharrlichkeit letztlich auszahle. So hätten sie sich konsequent für die Anschaffung von Fußballtoren eingesetzt - und sie letztlich auch bekommen.

Bilder: Schulolympiade in Seligenstadt

Zurück zum „Wahl-O-Mat“: Nachdem die Hälfte der Fragen beantwortet ist, glauben einige Schüler schon zu wissen, mit welcher Partei ihre Meinungen am meisten übereinstimmen. Maximal acht Parteien bietet ihnen das Programm an, mit denen sie ihre Meinung vergleichen können, um die meisten Übereinstimmungen zu entdecken. Lehrer David Wagner betont aber, dass es sich dabei lediglich um einen Hinweis zur Orientierung handele.

Inwieweit der „Wahl-O-Mat“ bei der Entscheidungsfindung geholfen hat, wird sich am Freitag, 22. September, zeigen, wenn die Don-Bosco-Schüler in Seligenstadt zum Abschluss des Projektes ihre Stimmen abgeben. Wie bei der „echten“ Bundestagswahl zwei Tage später, müssen sie bei der „Juniorwahl“ mit Ausweis und Wahlbenachrichtigung anrücken und einen Stimmzettel in der Wahlkabine ausfüllen. Die Wahlurnen werden versiegelt und übermittelt.

Das Ergebnis aller 3000 teilnehmenden Schulen aus den 299 Wahlkreisen wird am Wahlsonntag ab 18 Uhr auf der Internetseite www.juniorwahl.de veröffentlicht.

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