Sitzung des Heimatbundes

Fastnacht: Narren feiern das neue Prinzenpaar

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Sorgten in der Heimatbund-Galasitzung für echtes „Fastnachtsfeeling“ im Schlumberland: die Mädchen vom Heimatbund-Midiballett unter der Leitung von Lisa Meißner und Inka Peitz.

Seligenstadt - „Der Herrgott muss ein Schlumber sein.“ So tönte die Fastnachtshymne durch den vollbesetzten Riesensaal. Von Thomas Hanel

Und die, die eine Karte bekommen hatten, gingen von Anfang an großartig mit, bei den Galasitzungen des Heimatbunds - dem traditionellen Fastnachtsauftakt mit Vorstellung des Prinzenpaares. Gelungener Start in eine nahezu siebenstündige Auftaktsitzung: Die junge Band Chicken Jazz mit Tina Fecher, Lina Scholz und Dominique Garcia sorgte mit der Schunkelhymne für den passenden Start. „Heut geht´s hier rund beim Heimatbund“, brachte es der junge, souveräne und kurzweilige Sitzungspräsident Bernd Büddefeld auf den Punkt - und behielt recht. Schöne Vorträge, tolle Musik und spritzige Tänze zeugten deutlich davon, wie hoch der Maßstab bei der Sellestädter Fassenacht ist. Schlag auf Schlag folgte ein Programmhöhepunkt auf den nächsten.

Gespannt waren natürlich alle auf die Vorstellung des Prinzenpaares, das am besten gehütete Geheimnis der Stadt. Der Einzug von Prinz Stefan II (Emge) und ihrer Lieblichkeit Sonja (Zöller) mit großem Gefolge geriet dann auch zum Triumphmarsch der Narren. Prinz Stefan setzte in seiner Antrittsrede an die närrischen Untertanen dann auch direkt ein Markenzeichen: Die Emmastraße, dort, wo sein Haus steht, solle bitte künftig Tollitätenstraße heißen. Schließlich kämen von dort bereits einige Seligenstädter Prinzen. Prinzessin Sonja, seit vielen Jahren auf der Fastnachts-Bühne zuhause, schien nichts dagegen zu haben. Sehr souverän meisterte sie ihre Antrittsrede. Seligenstadt hat ein würdiges Prinzenpaar!

Es folgte die Prinzenhuldigung - gewohnt humoristisch vom TGMix-Chor vom Sängerchor der Turngemeinde präsentiert. Dass Mädchen Spaß haben wollen bewiesen die Tänzerinnen des Miniballetts zur Musik von Cindy Lauper und Madonna (Trainerinnen Heike Rickert und Anna-Lena Stiebitz). „Habt ihr mich vermisst?“ fragte Turmmännchen Jürgen Zöller als Protokoller.

Baufrevel und neues Toilettengebäude

Im Vorjahr pausierte er, jetzt war er wieder da. Kein heißes Eisen der Stadt ließ er aus. Baufrevel und neues Toilettengebäude („Für 330.000 Euro ein Schnäppchenklo“), Kreisel („Ich wollt auf das Thema verzichten, aber die bauen die schneller als ich kann berichten“), Memling-Schule („Ich fänd es cool’, wenn Sie uns zurückgeben die Memling-Schul´“). Auch Vorfälle in der Nachbarschaft skizzierte er prächtig: „Lieber ein Vogel im Wald als ein Thor im Wald“, nahm Zöller in seinem brillanten Vortrag alles aufs Korn. Am Midiballett (Lisa Meißner und Inka Peitz) lag es, auf charmante Weise die Stimmung weiter aufzubauen - was auch trefflich gelang. Feste Größe ist die Moritat mit Jürgen Zöller, Wolfgang Wettig und Gerhard Sattler. Nichts blieb vor ihrem närrischen Humor verschont. Ob vergessene Hostien beim Gottesdienst, ob vergessene Zähne im Hotel oder mangelnder Durchblick einer Skifahrerin, die den Schutzfilm nicht vom Helmvisier entfernte - das war schon ein echter Genuss.

Ein ähnlicher kommt nächstes Jahr auf die Stadt zu, die dann 1200-jähriges Bestehen feiert. Für Bernd Büddefeld, Dominik Stadler und Stefan Neubauer Grund, einen Vorgeschmack zu liefern. Dabei durften die obligatorischen Seitenhiebe auf die Stadtteile nicht fehlen („Froschhäuser sind nicht dumm, haben manchmal nur Pech beim Denken“) oder was denn der Unterschied zwischen Klein-Welzheim und einem Joghurt sei? Joghurt habe wenigstens eine Kultur…

Nach so viel Klamauk und Narretei bot das Maxiballett (Ruth Wolfring) einen tänzerischen Augenschmaus mit einer Ode an Rio de Janeiro. Und Schlag auf Schlag ging’s weiter: Die „Peperoncinis“ (Udo Sommer, Marcus Bayer, Simone Stadler und Bärbel Sommer) nahmen Rathausstreiterei, Kreiselbau und Bausünden treffend aufs Korn. Für die Stimmungsmusik war unter anderem die tolle junge Band Fikus zuständig. Wetten, dass die fester Bestandteil der Fastnacht werden?

Fastnacht: Sitzung des Heimatbunds

Fastnacht: Sitzung des Heimatbunds

Die närrische Musik kam wie jedes Jahr vom TGS-Musikcorps unter der Leitung von Horst Seipel. Fester Bestandteil der Fastnacht ist Traudel Höfling, die mit Lena Winter auch sehr zur Freude des Publikums lokales Geschehen darstellte. Ob Kreiselbau („Tut Ihr mal nach einem Geschenk suche, bei uns kann man Kreiselfahrten buche“) oder Urlaubstageaffäre der Bürgermeisterin und die Kommunikationsprobleme zwischen den Rathaus-Spitzen - das Publikum raste und applaudierte. Wie auch nach dem Auftritt des Männerballetts - übrigens zusammen mit Prinz Stefan in vollem Ornat auf der Bühne - und dem Schlager-Gardetanz der 1. Garde der Fastnachtsfreunde.

Höhepunkte der vergangenen Jahre, auch diesmal wieder. Mischa und Lisa Buschmann. Er als „Herr Wichtig“ auf dem Kreuzfahrtschiff, sie als Carmen Geiss („Roooobärt“). Fazit der beiden: „Monaco und Kitzbühl hab ich satt, ich will nach Sellestadt.“ Eine weitere Größe der Fastnacht ist Robert Steil. Er strapazierte noch einmal die Lachmuskeln des Publikums - das vor dem Finale aber noch die Fastnachtssänger der Germania (Leitung Friedhelm Bloß, Roland Wolf) erleben durfte. Fazit: sieben Stunden tolle Unterhaltung, hervorragende Choreografien und perfekte Organisation. Fastnachter-Herz, was willst du mehr?

Heimatbund-Gala zum Auftakt (2013)

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