„Mangelhaft ausgeführt“

FDP fordert Überprüfung des Standorts der Toiletten-Anlage am Bahnhof

Anders als ursprünglich geplant: Die Toiletten-Anlage am Bahnhof ist direkt gegenüber der Wohnhäuser errichtet worden.
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Anders als ursprünglich geplant: Die Toiletten-Anlage am Bahnhof ist direkt gegenüber der Wohnhäuser errichtet worden.

Der Ärger um die neu errichtete WC-Anlage am Bahnhof in Seligenstadt geht weiter. Jetzt hat sich auch die FDP-Fraktion eingeschaltet und den Baudezernenten und Ersten Stadtrat Michael Gerheim (SDP) aufgefordert, unverzüglich zu handeln.

Seligenstadt - Nachdem der ursprünglich gewählte Standort der Toiletten in der hinteren Ecke des Grundstücks von der Polizei vor allem für Frauen als zu unsicher eingestuft wurde, ist das Gebäude inzwischen mit den Türen in Richtung Wohnhäuser errichtet worden (wir berichteten). Das sorgt für Unmut bei den Anwohnern, die sich eine andere Lösung für die Anlage gewünscht hätten.

Die Freien Demokraten haben sich gemeinsam mit ihrem Bürgermeister Daniell Bastian inzwischen vor Ort ein Bild gemacht und stellten fest: Der nun gewählte Standort weiche erheblich von dem ab, der Magistrat und Stadtverordnetenversammlung mit den Planungsunterlagen vorgelegt wurde. Eine Verlegung hätte man „zumindest dem Magistrat erneut zur Beratung vorlegen und mit den Anwohnern abstimmen müssen“, sagte Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer. „Der aktuelle Standort ist nicht optimal. Hier hätte es sicher deutlich bessere Lösungen gegeben.“

Zugang zur WC-Anlage am Bahnhof in Seligenstadt sei „mangelhaft ausgeführt“

Vor allem aber der Zugang zu den Toiletten sei offensichtlich mangelhaft ausgeführt worden. Der Vorwurf: Zu steil und damit zu gefährlich. Die FDP sieht deshalb laut Mischa Buschmann, baupolitischer Sprecher der Fraktion, Handlungsbedarf. „So bleiben kann es aus Sicht der Freien Demokraten jedenfalls nicht!“ Es müsse eine Überarbeitung geben und diese dann „dem Magistrat zu Beschlussfassung“ vorgelegt werden – das betreffe insbesondere die Verlegung des Standortes. „Dass die Bauarbeiten bereits so weit fortgeschritten sind, darf keine Begründung dafür sein, eine derart mangelhafte bauliche Ausführung so bestehen zu lassen“, so Buschmann weiter.

Mit einer Anfrage will die FDP nun Aufklärung vom Magistrat erhalten, wie es zu der Verlegung des Standortes kommen konnte, ob Anwohner eingebunden waren und welche Bauvorschriften missachtet wurden.

Die Vorwürfe der Freien Demokraten kommen nur wenige Tage, nachdem sich Baudezernent Michael Gerheim bereits ausführlicher zum neuen Standort des Gebäudes geäußert hat. Demnach sei bereits bekannt, dass die Zugänge zur Anlage über dem erlaubten Maximum von sechs Prozent Steigung liegen.

Handwerker müssen nochmals anrücken in Seligenstadt

Darüber sei auch die Baufirma informiert worden, die demnächst erneut ihre Handwerker vorbeischicken würde. Diese entfernen die Pflastersteine nochmals bis zur Straße und verlegen sie neu, teilte Gerheim vergangene Woche mit. Die Kosten für die nachträglichen Arbeiten übernehme die Baufirma. Eine Drehung oder sogar komplette Verlegung der Anlage schloss Gerheim zuletzt aber aus.

Was allerdings beim Vorstoß der FDP verwundert: Unterstützung bezüglich der Umgruppierung des Gebäudes ohne erneuten Beschluss erhielt der Stadtrat vor drei Wochen sogar noch von Bürgermeister Daniell Bastian selbst. So sagte dieser, dass im Bebauungsplan-Beschluss die Bauausführung zwar beschrieben sei, für die Experten der Stadt aber Spielraum bestehe – und dazu auch kein erneuter Beschluss nötig sei.

Die Diskussion um die neu errichtete WC-Anlage am Bahnhof geht jedenfalls in die nächste Runde – die Anwohner wird’s freuen. (Von Julia Oppenländer)

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