Flüchtlinge in Containern untergebracht

Aufatmen bei Roma-Familien

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Neben der Gemeinschaftsunterkunft an der Einhardstraße – dem „Roten Haus“ – hat der Kreis Offenbach Wohncontainer für Flüchtlinge aufgestellt.

Seligenstadt - Die ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises „Willkommen in Seligenstadt“ haben auch über die Feiertage keine Pause eingelegt. Viele Flüchtlinge sind zwischen den Jahren neu angekommen – in Seligenstadt und im sogenannten Überlaufwohnheim in Mainhausen.

Die ehrenamtlichen Helfer des AK Willkommen in Seligenstadt haben über die Feiertage einen Notdienst organisiert und in Sonderschichten die Grundversorgung für die Neuankömmlinge sichergestellt. Nun folgen Orientierungshilfe und Eingewöhnung. Zeitgleich hat das Fundus-Team in Zusammenarbeit mit den Helfern in Mainhausen die Grundversorgung der dort ankommenden Flüchtlinge übernommen. Für die Helfer beginnt ihr Einsatz mit ganz grundlegenden Dingen. Zum Teil kommen die Flüchtlinge mehr oder weniger in den Kleidern hier an, die sie auf ihrer langen, strapaziösen Flucht getragen haben. Aus seinen Beständen kann der AK Willkommen einiges abdecken. Mangelware sind derzeit Herrenschuhe und spezielles Schuhwerk. Manche Flüchtlinge kommen barfuß oder mit Sandaletten in Seligenstadt an.

Neben der Gemeinschaftsunterkunft in der Einhardstraße in Seligenstadt – die Flüchtlinge haben diese mittlerweile das „Rote Haus“ getauft – sind im Dezember weitere Container aufgestellt worden. Es handelt sich um nicht mehr benötigte Schulcontainer der Oswald-von- Nell-Breuning-Schule in Rödermark, die der Kreis hier aufstellen ließ. Dort ist Platz für 42 Menschen in 14-Bett-Zimmern. Erwartet wurden in Seligenstadt 60 weitere Flüchtlinge bis zum Jahresende. Diese sind auch eingetroffen. Sie stammen nach Kenntnis von AK-Koordinator Burkard Müller in erster Linie aus Syrien und Afghanistan. Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die bis vor kurzem im Roten Haus untergebracht waren, sind Mitte Dezember nach Langen umgezogen. Auch diese Plätze wurden aufgefüllt.

Die neuen Container an der Einhardstraße eignen sich nach Angaben von Burkard Müller für die Unterbringung von jungen Männern – aufgrund der Größe der Zimmer müssten dort gleichgeschlechtliche Asylsuchende wohnen, während Familien im größeren Haus unterkommen können. Wie viele Flüchtlinge derzeit in Seligenstadt leben, lässt sich schwer festlegen, so Müller, und hängt davon ab, ob man zum Beispiel diejenigen einrechnet, die schon anerkannt sind, aber noch in der Unterkunft wohnen. Aus Sicht des AK zähle, wie viele Menschen tatsächlich da seien – egal mit welchem Status. Diese müssten integriert werden, müssten Schulen und Kitas besuchen, Deutsch lernen. „Nach unserer persönlichen Schätzung sind es mittlerweile über 300“, sagt Müller – die Anerkannten eingerechnet. Die Stadt stehe vor der Aufgabe, diese Menschen zu integrieren.

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Vorerst hierbleiben können voraussichtlich auch die Roma-Familien, über deren drohende Abschiebung nach Albanien der AK kürzlich berichtete. Für eine Familie (zwei Erwachsene, drei Kinder) konnte eine Aufenthaltserlaubnis bis Juni erreicht werden. Müller geht davon aus, dass für die weiteren Personen (insgesamt sind es 16), die gleiche Regelung erzielt wird. „So müssen wir zumindest nicht damit rechnen, dass die Kinder in der Winterzeit zurück müssen.“

kd

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