Flüchtlingsunterkunft an der Einhardstraße

Warten auf die ersten Bewohner

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Besichtigung der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Seligenstädter Einhardstraße: Die Kosten für das in Modulbauweise erstellte Gebäude belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro.

Seligenstadt - Großer Besucherandrang bei der Besichtigung der neuen Seligenstädter Flüchtlingsunterkunft an der Einhardstraße. Mehr als 300 Interessenten wollten sich einen Eindruck verschaffen.

Die Kosten für die in Modulbauweise erstellte Heimstätte belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro. Bevor die Neuankömmlinge einziehen, gab der Kreis Offenbach das vorläufige Zuhause für Flüchtlinge zur Besichtigung frei. „Wir rechnen damit, dass die ersten Bewohner nach dem 1. Juni einziehen. Wie viele Personen es sein werden, ist von den Zuweisungen an den Kreis abhängig“, sagte Kreisbeigeordneten und Sozialdezernent Carsten Müller (SPD). In diesem Jahr sollen es für den Kreis Offenbach rund 1400 Personen sein. Das Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Matthias-Grünewald-/Don-Bosco-Schule verfügt über 35 Zimmer mit je 35 Quadratmetern, davon sind 30 Doppel- und fünf Familienzimmer, sowie Küchen und Sanitärräume. „Uns ist wichtig, dass die Menschen, die zu uns kommen, eine angemessene Unterkunft vorfinden“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU).

Rund 100 Flüchtlinge erwartet Seligenstadt in den nächsten Wochen. Die ehrenamtlichen Helfer um Burkard Müller haben sich darauf vorbereitet. Pünktlich zur Begehung der neuen Gemeinschaftsunterkunft steht die neue Homepage des Arbeitskreises zur Verfügung: Unter willkommenskultur-fluechtlinge-seligenstadt.de können Interessenten vielfältige Informationen erhalten. Eine Terminübersicht listet Aktivitäten und Veranstaltungen des Arbeitskreises auf, informiert über die Öffnungszeiten von Fundus und Fahrradwerkstatt. Was an Spenden dringend gebraucht wird, wie und wo Interessierte mithelfen können, ist ebenfalls aufgeführt.

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Kernelement des Integrationsprozesses ist die Sprache. Alle Flüchtlingskinder werden an den Grundschulen in Seligenstadt, Klein-Welzheim und Froschhausen durch Hausaufgabenhilfe unterstützt. Auch an der Merianschule ist eine Hausaufgabenhilfe etabliert. Nicht schulpflichtige Jugendliche erhalten Unterricht in Deutsch, Naturwissenschaften, Mathematik und Englisch. Seit Mitte Mai findet der erste Kurs für Erwachsene in Froschhausen statt. Bildungskoordinatorin Hanne Auer ist stolz auf die mittlerweile 29 „Lehrkräfte”, die pro Woche ehrenamtlich über 40 Unterrichtsstunden leisten. Hilfestellung geben auch die Seligenstädter Schulen und Kirchen. So kann der Arbeitskreis das bereits bestehende Angebot von offiziellen Kursen reichhaltig unterstützen und ergänzen.

Im sogenannten „Fundus” werden Sachspenden für die Flüchtlinge gesammelt und ausgegeben. Auch hier hat man sich auf die kommenden Zuweisungen vorbereitet. „Dank der Unterstützung von Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams konnten die Räumlichkeiten erweitert werden. Seligenstädter Unternehmen haben großzügige Spenden getätigt, viele Seligenstädter mit persönlichen Spenden ausgeholfen“, fasst Müller zusammen. Das Fundus-Team arbeitet an einem Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe: Flüchtlinge, die schon länger in Seligenstadt sind, werden nun selbst als Helfer aktiv. In den neuen Räumen können Büroarbeitsplätze für die Flüchtlinge, aber auch Nähstationen für Pflege und Änderungen an der Kleidung eingerichtet werden. Claudia Hartl, Patricia Thoma und ihre 15 Helfer und Helferinnen haben hier viele ehrenamtliche Arbeitsstunden investiert.

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Die Flüchtlinge sind in Seligenstadt, Froschhausen und Klein-Welzheim zurzeit in sechs verschiedenen Unterkünften untergebracht. Zwei weitere kommen in der nächsten Woche dazu. Die für Veranstaltungen zuständige Gruppe des Arbeitskreises „Willkommen in Seligenstadt” plant ein internationales Begegnungscafé, das erstmals am 18. Juli seine Türen öffnen soll. Marlit Budis und ihre Helfer haben die Organisation übernommen. Zwischenzeitlich hat der Arbeitskreis dem Ausschuss Jugend und Soziales des Stadtparlamentes über seine Tätigkeit Bericht erstattet. Schulklassen haben sich über die Situation der Flüchtlinge in Seligenstadt informieren lassen, haben Patenschaften und die Betreuung von Familien organisiert. Sobald neue Flüchtlinge eintreffen, werden die Menschen neben den hauptamtlichen Betreuern der Caritas von ehrenamtlichen Paten zusätzlich unterstützt. Für die beiden neuen Flüchtlingswohnheime sucht der Arbeitskreis noch weitere Helfer und Paten. (paw/mho)

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