Minimalinvasive Maßnahmen

Förderkreis Historisches Seligenstadt: Noth-Gottes-Kapelle restauriert

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Zufrieden mit dem Ergebnis zeigen sich (von links) Albert Kemmerer, Marcel Spahn, Steinmetzmeister Richard Löbig und Thomas Knapp.

Bereits in der Vergangenheit hat der Förderkreis Historisches Seligenstadt Restaurierungsarbeiten am Portal der Noth-Gottes-Kapelle vornehmen lassen. So wurde erst vor wenigen Jahren die obere linke Volute fachmännisch erneuert.

Seligenstadt –  Durch Witterungseinflüsse hat sich der Sandstein an diversen Stellen aufgelöst. Dadurch sind die in floraler Ornamentik ausgeführten Voluten rechts und links in Mitleidenschaft gezogen, die Struktur ist kaum erkennbar, die Basen der Säulen sind nur noch in Ansätzen vorhanden. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz und dem Eigentümer, der Pfarrei St. Marcellinus und Petrus, war Steinmetzmeister Richard Löbig deshalb erneut mit Restaurierungen betraut.

Dazu hat der Fachmann das Wappen gereinigt, die floralen Ornamente links nachgebessert und Schäden am Portal „minimalinvasiv“ ausgebessert. Ziel und Vorgabe der Denkmalschützer war, den Original-Sandstein in seiner Struktur weitestgehend zu erhalten. Diese Arbeiten sind abgeschlossen.

Seligenstadt: Auch künftig noch Restaurierungsarbeiten nötig

„Es ist uns durchaus bewusst, dass auch künftig Restaurierungsarbeiten am Portal erforderlich sind“, betont Vorstandsvorsitzender Marcel Spahn vom Förderkreis Historisches Seligenstadt. Mit den abgeschlossenen Arbeiten habe man Schäden nur eindämmen, nicht jedoch aufhalten können. Daher will der Förderkreis ein wachsames Auge auf die alten Denkmäler der Stadt haben und sich für deren Erhaltung einsetzen. Spahn dankt der Pfarrei und den Denkmalschutzbehörden für die gute Zusammenarbeit sowie Steinmetzmeister Löbig für die sehr gute Ausführung.

Die als „nicht unerheblich“ bezeichneten Kosten teilen sich der Förderkreis, die Pfarrei sowie die Denkmalpflege des Kreises Offenbach und des Bistums Mainz.

Die Noth-Gottes-Kapelle, errichtet 1874, befindet sich am Eingang des alten Friedhofs gegenüber der Klostermauer. Sie ist in der hessischen Denkmaltopografie aufgeführt. Ihr vorangestellt ist ein barockes Portal von 1722, das ursprünglich an der Nordseite der Basilika stand. Es wurde von Abt Peter IV. in Auftrag gegeben und zeigt sein Wappen.

Der Schrift „Umbau und Renovierung der ehemaligen Seligenstädter Abteikirche im 19. Jahrhundert“ von Marcellin P. Spahn ist zu entnehmen: „Glücklicherweise haben die Verantwortlichen das westliche Haupt- und das nördliche Seitenportal beim Abbruch (des Nordturms und Portals der Abteikirche 1868) nicht zerstören lassen, sondern aufbewahrt. Das Hauptportal wurde 1885 der Wendelinuskapelle, das nördliche Seitenportal 1874 der Noth-Gottes-Kapelle auf dem Friedhof angefügt.“ Dort stehen beide bis heute. 

 mt

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