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„Jeder sieht etwas anderes“: Fotoausstellung mit vielen Facetten

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Von: Vincent Büssow

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An einer weißen Wand hängen mehrere Fotografien, ganz vorne ein großes, schwarz-weißes Portrait einer Frau.
Auch Portraitfotografie zählte zu den Themen, für die sich der Jahrgang 2022/23 entschieden hatte. © Vincent Büssow

Vielfalt auf mehreren Ebenen zeigt die Fotoausstellung der Volkshochschule Seligenstadt. Im Hans-Memling-Haus reihen sich stilvolle wie abstrakte Motive aneinander.

Seligenstadt – Die Wände des Hans-Memling-Hauses strotzen dieser Tage nur so vor Vielfalt. Knallbunte Bilder von Schaustellern im Mad-Max-Stil reihen sich an stilvolle Schwarz-Weiß-Portraits und beeindruckende Nachtaufnahmen. Der Fortgeschrittenen-Fotokurs der Volkshochschule Seligenstadt (VHS) präsentiert aktuell die Top-Werke aus dem vergangenen Jahr. Nach bester Volkshochschulmanier steht das Thema Vielfalt nicht nur bei der Motivauswahl an erster Stelle.

Bereits im ersten der drei Räume, durch die sich die Ausstellung erstreckt, wird die thematische Bandbreite deutlich. Neben den bereits genannten Motiven finden sich hier auch Wald- und Tieraufnahmen sowie abstraktere Fotos von Gebäuden und Maschinen. Erst nach und nach werden Muster und Wiederholungen in den knapp 100 Bildern erkennbar.

Seligenstädter Fotokurs befasste sich mit acht verschiedenen Themen

Grund für das Abwechslungsreichtum ist zunächst der Aufbau des Fotokurses. Auf „recht demokratischem Weg“ entscheiden sich die Teilnehmer für acht Themen, die im Laufe des Jahres behandelt werden, erklärt Kursleiter Frank Kreß. So besuchte der Jahrgang 2022/23 etwa die Völklinger Hütte im Saarland, um sich am Thema „Strukturen“ abzuarbeiten. Das ehemalige Eisenwerk präsentiert sich in der Ausstellung entsprechend durch kunstvolle Nahaufnahmen, die den Fokus auf die Ästhetik von Metall und Maschine legen.

Die Vielfalt ergibt sich zudem durch die Anordnung der Bilder. Zum ersten Mal hat man sich dafür entschieden, die Werke nach den Fotografen zu sortieren, statt nach Themen, sagt der Kursleiter. Das Ergebnis sind Grüppchen scheinbar zufällig ausgewählter Motive, die wiederum kuriose Gesamtwerke ergeben. Umso interessanter ist es dabei, zu sehen, wie die verschiedenen Teilnehmer die gleichen Ideen umgesetzt haben.

Frank Kreß steht gestikulierend und erklärend vor einer Wand, an der mehrere Fotos hängen.
Frank Kreß leitet den Fortgeschrittenen-Fotokurs der VHS Seligenstadt bereits seit 30 Jahren. © Vincent Büssow

Fast kein Bild des Seligenstädter Fotokurses gleicht dem anderen

Besonders deutlich wird das bei den Werken, die in die Kategorie „Waldfotografie – mal anders!“ fallen. Hier gleicht fast kein Bild dem anderen. Kreative Perspektiven und technische Spielereien lassen, etwa beim Blick in einen ausgehöhlten Baum, erst auf den zweiten Blick erkennen, was eigentlich abgebildet ist. „Wir waren alle an den gleichen Orten, aber jeder sieht etwas anderes“, sagt Kreß.

Zu guter Letzt sorgt auch der fotografische Hintergrund der Teilnehmer für die Vielfalt der Ausstellung. Kreß spricht von einer „großen Spannweite“, was Erfahrungswerte und Equipment angeht. Während manche den Kurs bereits seit Jahren besuchen und „Ausrüstung im Wert von einem Kleinwagen“ besitzen, versuchen sich andere zum ersten Mal an der Fotografie. Die Unterschiede sind teilweise erkennbar, amateurhaft ist hier aber nichts.

Fotoausstellung in Seligenstadt ist zum Monatsende noch einmal geöffnet

Bis zum Monatsende bleiben die Wände im Hans-Memling-Haus noch bunt. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, muss allerdings noch etwas warten: Erst zur Finissage am 30. April zwischen 14 und 17 Uhr ist die Ausstellung noch einmal geöffnet. Währenddessen hat der Fotokurs schon wieder begonnen – die ersten Ausflugsziele sind bereits geplant. (Von Vincent Büssow)

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