Kraft dreht wegen Kreisel am Rad

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Geradeaus durch den Kreisel: Das Bauwerk im Bereich Ellensee- und Querstraße ist den Freien Wählern ein Dorn im Auge und soll wieder weg.

Seligenstadt (sig) - Die Freien Wähler Seligenstadt (FWS) wollen, dass das Kreisel-Provisorium am Knotenpunkt Ellensee- und Querstraße wieder verschwindet. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht.

FWS-Fraktionsvorsitzender Jürgen Kraft kritisierte, dass Erste Stadträtin Claudia Bicherl seinerzeit den Auftrag zum Bau des Provisoriums erteilt hatte, ohne dass es dafür einen Beschluss des Magistrates oder der Stadtverordnetenversammlung gab. „Sowohl der Magistrat als auch der dafür zuständige Fachausschuss wurden von ihr lediglich davon in Kenntnis gesetzt, dass sie den Bau veranlasst habe, da die Kosten mit 9990 Euro gerade noch unter der Grenze von 10.000 Euro lagen, und sich somit im Rahmen ihrer Kompetenz befand“, so Jürgen Kraft weiter.

Ausgangslage war damals ein Antrag der FWS-Fraktion, der die Einrichtung einer Ampel für Fußgänger prüfen sollte, was jedoch von der Verwaltung als nicht machbar abgelehnt wurde, erinnert Kraft. Stattdessen hatte das Bauamt einen Minikreisel vorgeschlagen, bei dem an allen vier Seiten der Einmündungen von Straßen Zebrastreifen vorgesehen waren, um so die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten. „Obwohl ein CDU-Antrag auf Prüfung der Kosten für den Kreisel samt Zebrastreifen einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, gab die Erste Stadträtin kurzerhand die Installation dieses Provisoriums in Auftrag, ohne auf die Beschlusslage Rücksicht zu nehmen“, bemängelt Kraft.

Ausschlusskriterien treffen auf Minikreisel zu

Wie die FWS-Fraktion nun in ihrer Antragsbegründung weiter ausführt, sind bei der Gestaltung und dem Einsatz von Minikreisverkehrsplätzen in geschlossenen Ortschaften Regelwerke zu beachten, die den aktuellen Stand der Technik beinhalten. Als Ergänzung dazu hat das Hessische Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen einen Leitfaden zur Qualitätssicherung bei Planung, Bau und Betrieb von Kreisverkehren erstellt. Damit ist sichergestellt, dass die Vorgaben der Regelwerke eingehalten werden.

Ausschlusskriterien für Kreisverkehrsplätze sind laut Leitfaden dann gegeben, wenn die zu verknüpfenden Straßen von unterschiedlicher funktionaler Bedeutung sind. Ungleiche Verkehrsbelastung des Knotenpunktes, seine schlechte Erkennbarkeit und nicht ausreichende gleichmäßige Beleuchtung des Platzes seien weitere Kriterien, zählt Kraft nur einige Punkte auf.

Da alle diese Kriterien auf den Minikreisel zuträfen „und einen potenziellen Unfallschwerpunkt für Kraftfahrzeuge, Radler und Fußgänger darstellt, muss er nach Meinung der FWS-Fraktion schnellstens entfernt werden“, so Kraft.

Nach wie vor fordern die Freien Wähler für diesen Bereich eine sichere Überquerungsmöglichkeit für Fußgänger zu schaffen, so Kraft abschließend.

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