„Im Herzen sind wir selbstständig“

Froschhausener Sänger und die Aktiven des Musikvereins Weiskirchen sorgten für die Geburtstagsständchen im vollbesetzten Froschhausener Bürgerhaus. Foto (2): paw

Froschhausen (th) - Mit klingendem Spiel begrüßte der TuS Spielmannszug die 350 Gäste des Vereinsrings, die sich zum akademischen Teil der 725-Jahrfeier Froschhausens im Bürgerhaus zusammengefunden hatten.

Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft, Repräsentanten der Vereine und des öffentlichen Lebens würdigten in einer stilvollen und angemessenen Feierstunde den Geburtstag des Seligenstädter Stadtteils - und vor allem die Arbeit derMenschen, die Froschhausen so unverwechselbar machen.

„Wir wissen was wir wollen und sind im Herzen selbstständig“, brachte er Vereinsringvorsitzender Frank Lortz zu Beginn seiner Ausführungen auf den Punkt. Landrat Oliver Quilling übernahm dann das Mikrofon und gratulierte Froschhausen und seinen Bürgern zum Geburtstag. „Wenn mir als Protestanten hugenottischer Tradition im katholischen Froschhausen die Ehre zugeteilt wird, die Festansprache zu halten, ist dies Beweis der gelungenen Integration“, fand er humorige Worte.

Froschhausen begreife er als „liebenswerte Heimat“ für knapp 4000 Bürger. Und die Entwicklung des Stadtteils sei ein positives Beispiel für in die Zukunft gerichtete Denken. „Eine florierende Wirtschaft, attraktive Wohngebiete und das Markenzeichen des regen Vereinslebens charakterisieren diese schöne Kommune im Kreis“, so der Landrat. Das Froschhausener Selbstbewusstsein sei bekannt - und teilweise gefürchtet. Kurz ging der Landrat auf den demografischen Wandel der Gesellschaft ein. „Da kommen ganz neue Aufgaben auf alle Kommunen zu.“

Grüße der hessischen Landesregierung

Die Grüße der hessischen Landesregierung überbrachte Staatssekretär Michael Bußer, selbst in Froschhausen aufgewachsen. Er erinnerte in seiner Ansprache insbesondere an die Aufbauzeit der damals noch eigenständigen Komune nach dem Zweiten Weltkrieg. „Die Leute haben angepackt, der Wille zum Aufbau und für die Zukunft waren da“, so Bußer. Viele Menschen hätten Froschhausen geprägt, zwei nannte er namentlich: Pfarrer Josef Gremm und den Arzt Dr. Ernst Braun. „Der Pfarrer brachte unzähligen Messdienern Skatspielen bei. Und sorgte so dafür, dass jeder beim Kartenspielen immer wieder an den lieben Gott dachte“, nannte er ein Beispiel. Und Dr. Braun war täglich „36 Stunden im Einsatz“, schmunzelte Bußer. Beiden gemein sei, dass Stillstand nicht in ihrem Sinn war - wie so vielen anderen Bürgern der Kommune. „Wir leben davon, dass es Menschen gibt, die mehr tun als sie müssen. Das vielfältige Vereinsleben in Froschhausen zeige dies deutlich.

„Sie haben eine schlaue Rede vom Landrat gehört, eine emotionale vom Staatssekretär. Von mit gibt es eine kurze. Ich fühle mich immer sehr wohl in Froschhausen“, freute sich Erste Stadträtin Claudia Bicherl, die die Grüße der Stadt überbrachte. Die Heimatverbundenheit werden gerade hier großgeschrieben, was sie persönlich sehr freue. Als Geburtstags-Geschenk der Stadt übergab sie an Vereinsring-Chef Frank Lortz eine Torte - selbstverständlich mit zwei Fröschen dekoriert. Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde vom Musikverein Weiskirchen sowie mit Darbietungen der beiden Froschhausener Gesangvereinen Liederfreund und Harmonie.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare