Mond bestimmt den Termin

Frühlingsmarkt des Gewerbevereins lockt Tausende

+
Einkaufen, umschauen, Atmosphäre genießen: Der Frühlingsmarkt in der Seligenstädter Altstadt war am Wochenende einmal mehr Publikumsmagnet.

Seligenstadt - Der Ansturm rollt und alles läuft rund - zu kaum einem Anlass passen solche Sprachbilder besser als zum Frühlingsmarkt, der am Wochenende tausende Besucher in die Seligenstädter Innenstadt lockte.

Mobilität auf zwei oder vier Rädern prägt seit Jahren das Konzept, an dem das dreiköpfige Märkte-Team des Gewerbevereins permanent feilt. Wie es das Trio immer wieder schafft, die neuesten Auto-, Motor- und Fahrradmodelle in vorteilhaftes Sonnenlicht zu rücken, deutet Markt-Manager Stefan Kluge an: Der Terminkalender, sagt er, gehe nach dem Mond. Das meint Kluge, seit zehn Jahren Cheforganisator der vier großen Gewerbemärkte in der Einhardstadt, durchaus wörtlich: „Ich selbst kenne mich da nicht so aus“, räumt er ein, seine beiden Teamkollegen Erwin Franz und Barbara Mittl indessen richteten das Timing mit großer Selbstverständlichkeit nach dem Mondphasen-Kalender aus. Mit jeweils zwei Jahren Vorlauf werde so der Frühlingsmarkt nach Ostern wie der Weinmarkt im Herbst auf Wochenenden mit zunehmendem Mond terminiert. Dann, hat Kluge gelernt, bestehe im Frühjahr und im Herbst die beste Chance auf schönes Wetter.

Unterwegs sein kann Spaß machen - eine Botschaft vom Seligenstädter Frühlingsmarkt, wo viele Auto- und Motorradhändler aus der Region ihre Stammplätze haben.

Funktioniert hat das unter dem Strich auch in diesem Jahr. Strahlender Sonnenschein sorgte am Samstagvormittag für einen Marktauftakt nach Maß, die rund 80 Anbieter rund um den Marktplatz und auf der Bahnhofstraße durften sich über regen Zulauf freuen. Der Teilnehmerstamm ist laut Kluge seit Jahren stabil: 95 Prozent der Händler gehören entweder zu den 140 Mitgliedsbetrieben des Gewerbevereins oder sind Stammgäste, etwa Autohäuser aus Mühlheim, Hainburg und Aschaffenburg. Bei der „Radmesse“, wie der Frühlingsmarkt intern gern genannt wird, haben sie ihre festen Plätze vor allem auf der Bahnhofstraße, die sich bis in Höhe der Babenhäuser Straße als Neuwagen-Meile präsentiert.

Insgesamt rund 30 Anbieter hatten sich mit ihrem Angebot laut Kluge unter freiem Himmel breitgemacht, präsentierten neben Autos vor allem Bikes mit und ohne Motor, Blumen oder Gartenpflanzen sowie Dekoratives für draußen und die gute Stube an. Bewährte Akteure gestalteten am Sonntagnachmittag, als fast alle Innenstadt-Geschäfte ihre Landetüren zum Shopping öffneten, das Aktionsprogramm auf der Bahnhofstraße: „Josie’s“ wartete mit Modenschauen auf, die Rhyze Dance School mit fetzigen Showtanz-Einlagen. Intersport Beike eröffnete erstmals einen Segway-Parcours für jedermann.

Frühlingsmarkt in Seligenstadt: Bilder

„Wer neu dazu kommt, muss zu uns passen“ - mit dieser Grundlinie wahrt das Märkte-Team laut Stefan Kluge das Angebotsniveau und vermeidet unerwünschte Konkurrenz. Frühlingsmarkt-Neulinge bringt er gern in der Nachbarschaft des Rathauses unter, diesmal etwa ein junges Unternehmen namens Abredi-serv. Interessant ist der regionale Dienstleister vor allem für Immobilienbesitzer, für die die Firma Energiekosten-Abrechnungen und ähnliche Fleißarbeiten übernimmt.

Mehr noch als beim Sommer in der Stadt im Juni, beim Weinmarkt im September und beim Adventsmarkt setzt der Gewerbeverein nach Worten Kluges beim Frühlingsmarkt auf Eigeninitiative seiner Mitgliedsbetriebe. „Jeder weiß: Wer Kunden will, muss auch was bieten“, sagt er. Das Märkte-Team sorge vor allem für den logistischen Hintergrund, ein Unterhaltungsangebot werde nicht eigens gestrickt - abgesehen vom Kinderkarussell. „Das ist der Klassiker“, so Kluge: Vielfach hätten schon die Eltern der Fahrgäste von heute vor dem Rathaus ihre Runden gedreht.

rdk

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare