Auf Spurensuche

Kulturstadt Seligenstadt und Frankfurter Buchmesse

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Dem Gastland Norwegen hat Bettina Haenitsch eine Ecke ihres Buchladens gewidmet. 

Eine Vertreterin aus Seligenstadt ist bei der Frankfurter Buchmesse vertreten. 

Seligenstadt –  In den Jahren bis 2015, als der freie Schriftsteller, Hörfunkjournalist und Theologe Georg Magirius in der Einhardstadt lebte, seine vornehmlich spirituell ausgerichteten Bücher schrieb und ebensolche Wanderungen unternahm, war er in schöner Regelmäßigkeit auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Der Vielschreiber, der im Juni sein 25. Buch („Stille erfahren“) veröffentlicht hat, lebt nun in Frankfurt, und die Seligenstädter Spuren in Richtung Buchmesse sind spärlich geworden. Aber es gibt sie noch; und auch die örtlichen Buchhandlungen orientieren sind mal mehr, mal weniger an der größten Bücherschau der Welt vom 16. bis zum 20. Oktober.

Vorläufiges Ergebnis unserer Recherchen: Als Seligenstädter Messeautorin ist nur Ingrid Firner auszumachen, deren „Seligenstädter Gästebücher – Eine Spurensuche zum Löffeltrunk seit dem 17. Jahrhundert“ nach wie vor im Obernburger Logo-Verlag von Eric Erfurth erscheinen. Das Haus ist bei der Buchmesse in Halle 4.1 F76 zu finden.

Apropos Logo: Im Verlagsprogramm 2019/20, das mit dem neuen Segment „Sprachspiele“ aufwartet, treffen wir einen alten Bekannten, der inzwischen eine Berühmtheit ist. Roman Kempf lässt seine Kultfigur Pater Abel den siebten „Criminalfall“ lösen. „Kaiserkrönung“ kommt zur Buchmesse heraus; am Samstag, 19. Oktober, 14.30 Uhr, stellen Verlag und Autor den Krimi im Lesezelt auf der Agora vor. Seligenstädter kennen Abel aus dem Abenteuer „Mönchspfeffer“, der ins Jahr 1787 und in den Wirtschaftsbetrieb der Abtei führt. „Die Natur kennt kein Gut und Böse. Allein die Zwecke der Menschen machen Pflanzen zu Heilmittel oder Gift“, lautet die Anmoderation des vierten Falls. Pater-Abel-Romane, verrät Erfurth, liegen mittlerweile in einer Gesamtauflage von mehr als 30 000 Exemplaren vor. „Sie sind zum Sammelobjekt geworden und stark gefragt.“

Weiterer Messeautor ist der Seligenstädter Juan S. Guse, dessen bisher zwei Bücher im Frankfurter S.-Fischer-Verlag erschienen sind. Spiegel Online zählte sein 640-Seiten-Opus „Miami Punk (Das Meer ist verschwunden, Miami liegt jetzt an der Wüste“) zu den 25 wichtigsten Büchern der Saison. Sein Debüt „Lärm und Wälder“ (2015) über die „Abschottung einer Community vor dem Unheil der Welt“ (Spiegel) sorgte für Furore. Der heute 30-Jährige erhielt 2017 den Literaturpreis der Stadt Hannover, wo er als Doktorand am Institut für Soziologie arbeitet.

In ihrem Geschäft „Der Buchladen“ an der Bahnhofstraße 18 hat Inhaberin Bettina Haenitsch dem Buchmesse-Gastland einen Stand gewidmet; ein Schaufenster soll folgen. „Aus Norwegen kam ja immer große Literatur“, verweist die erfahrene Buchhändlerin etwa auf die Krimistars Jo Nesbø und Jørn Lier Horst, deren Ermittler Harry Hole und William Wisting Kultstatus genießen. Oder auf Bestsellerautor Erik Fosnes Hansen, der in „Ein Hummerleben“ eine Familiengeschichte voller Lügen und Geheimnisse erzählt.

Aber auch Schriftstellern, die hierzulande noch nicht so bekannt ist, bietet die Buchfachfrau eine Bühne, zum Beispiel Carl Frode Tiller mit dem Sucht- und Depressionsroman „Der Beginn“. Was Haenitsch bedauert: Das beliebte „Literarische Speed Dating“, bei dem eine frühere Mitarbeiterin 20 Neuerscheinungen im Schnelldurchlauf vorstellt, kommt dieses Jahr nicht zustande.

In der Buchhandlung „Geschichten*reich“, Aschaffenburger Straße 27, bitten Inhaberin Nadine Hochrein und Mitarbeiterin Lea Krause (wie vermeldet) wieder zur Veranstaltung „Leselieblinge für Kinder“. Am Mittwoch, 16. Oktober, ab 19.30 Uhr präsentieren sie Bilder-, Vorlese- und Selber-Lesen-Bücher für Kinder bis zwölf Jahre. Auch da liegt der Schwerpunkt auf dem skandinavischen Land.

Ebenso in der Hainstädter Bücherstube Klingler, wo die Inhaberin Claudia Becker-Klingler per Schaukasten im Hof wirbt. Das Norwegen-Forum auf dem Messegelände ist zudem Ziel eines Ausflugs mit zehn Jugendlichen aus dem Leseclub 3.0 am Samstag, 19. Oktober.

VON MICHAEL HOFMANN UND MARKUS TERHARN

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