Klosterladen in der ehemaligen Abtei

Geistliche und auch geistige Nahrung

+
Der neue Klosterladen: Das Warenangebot ist noch überschaubar.

Seligenstadt - „Es gibt geistliche Nahrung und geistige Nahrung im Angebot“. Dies sagt der Direktor der Verwaltung der Hessischen Klöster und Gärten, Karl Weber, bei der Vorstellung des neuen Klosterladens in der ehemaligen Abtei in Seligenstadt. Von Thomas Hanel

Geistliche Nahrung in Form von Literatur, geistige Nahrung in flüssiger Form von den Weinbergen des Klosters.

Fast fünf Jahre hat es gedauert, bis die ehemalige Kloster-Remise zum Geschäft umgebaut war. Immer wieder machten bauliche Probleme der Architektin Anja Dötsch einen Strich durch die Rechnung. Sie schmunzelt: „Das ist aber normal bei Denkmalschutz-Projekten.“ Ein Bach fließt unter dem Gebäude, es mussten Altlasten von Estrich und Plattenverkleidungen der Wände abgetragen werden. Jetzt ist dies alles Vergangenheit. Täglich von 9.30 bis 17.30 (außer montags) ist der Laden in der Remise neben der Mühle geöffnet. Das Warenangebot ist indes noch überschaubar.

Bücher und Wein, Seifen und kleine Andenken

Es gibt Bücher und Wein, Seifen und kleine Andenken, die Gäste und Besucher an ihren Aufenthalt in Seligenstadt und im Kloster erinnern. „Wir schauen jetzt genau, welche Artikel gut gehen und werden uns danach ausrichten“, sagt Michelle Diener, Chefin des Klosterladens. Was es auf jeden Fall geben wird ist das von Bäckermeister Heinz Kimmel gebackene Brot sowie das Gemüse und die Kräuter aus dem Klostergarten - nur jetzt halt im Laden, nicht mehr in der Schubkarre am Eingang der Prälatur. Neu ist auch das Angebot der Weinverkostung auf dem Vorplatz der ehemaligen Remise. An Stehtischen können Besucher Weine vom Abtsberg in Hörstein genießen. „Wir sind aber keine Wirtschaft, keine Gaststätte“, macht Karl Weber klar. „Es gibt hier einen Schoppen, aber kein Restaurantbetrieb.“

Für Besucher der Klosteranlage wahrscheinlich noch wichtiger ist die neue Toilettenanlage neben dem Klosterladen. „Hatten wir bislang nicht, aber bei den vielen Besuchern eine ganz wichtige Ergänzung“, sagt Uwe Krienke, Leiter der Außenstelle Seligenstadt der Kloster- und Garten-Verwaltung Hessens. 500.000 Euro hat der Umbau gekostet, insgesamt hat das Land Hessen fast 30 Millionen Euro in die Klosteranlage gesteckt. Vom Sinn der Investition ist Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams absolut überzeugt. „Unsere Kloster-Anlage ist ein Magnet für das gesamte Rhein-Main-Gebiet.“ Jetzt habe man mit dem Klosterladen ein weiteres Angebot geschaffen.

Die schönsten Frühlingsbilder unserer Leser

Die schönsten Frühlingsbilder unserer Leser

Das Remise-Gebäude wurde wohl im Jahr 1699 errichtet. Dies haben Altersbestimmungen des vorgefundenen Holzes ergeben. Architektin Anja Dötsch: „Das war mal ein richtiger Lagerraum und zudem ein Stall.“ Pferde fanden dort einen Unterstand. Vieles des alten Materials konnte gerettet werden, die Spuren der Vergangenheit sind aber sichtlich. Wie die sogenannte Mann-an-Mann-Decke, eine geschlossene obere Holzverkleidung, die komplett freigelegt wurde. So auch bei den Böden, die nach altem Vorbild restauriert und teilweise neu gemacht wurden. Ganz neu dagegen ist der holzbefeuerte Backofen für das Klosterbrot. Dieser wurde von einem Spezialbetrieb hergestellt. Damit es auch künftig das Klosterbrot gibt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare