Jahresversammlung des Basilika-Bauvereins

Geld für die ewige Baustelle

Seligenstadt - Die um das Jahr 830 errichtete Einhard-Basilika ist - wie alle historischen Gebäude - heute eine „ewige Baustelle“.

Umso erfreuter zeigte sich Pfarrer Stefan Selzer, dass ihm der Vorsitzende des Basilika-Bauvereins, Marcus Bayer, anlässlich der Mitgliederversammlung im Edith-Stein-Saal des St. -Josefshauses weitere 25.000 Euro für Erhaltungsmaßnahmen in Aussicht stellte. Dieser Betrag kam durch die Tätigkeit des Basilika-Bauvereins zustande. Eine Spende über 25.000 Euro gab es bereits nach dem 2012 mit Erfolg aufgeführten Lustical „Marcellinus Molitor - oder wie die Kirche im Dorf blieb“. Neben dem Erlös aus der Inszenierung setzte sich der Betrag aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen zusammen.

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In seinem Rechenschaftsbericht ließ Marcus Bayer das abgelaufene Jahr Revue passieren. Die Anzahl der Mitglieder nähert sich der 100, sei aber durchaus steigerungsfähig. „Es sollte das Anliegen aller Seligenstädter sein, durch ihr Scherflein die Erhaltung dieses einmaligen Baudenkmals und Wahrzeichens zu sichern“, sagte Bayer. So stehen nicht nur kostspielige Reparatur- und Modernisierungsmaßnahmen (Dächer, Dachholzkonstruktion, Dämmung, Gebäudetechnik) an, sondern auch eine grundlegende Renovierung im Inneren. Eine große große Reinigungs- und Entrümpelungsaktion ist für den 14./15. März geplant, Helferinnen und Helfer können sich im Pfarrbüro melden.

Gelegentliche Erwähnung

Pfarrer Stefan Selzer berichtete von einem Gespräch mit Dr. Hermann Schefers, dem Leiter des Weltkulturdenkmals Kloster Lorsch und gutem Kenner der Basilika. Dabei war unter anderem die in Deutschland einmalige, derzeit aber nicht zugängliche Ringkrypta unter dem Altar Thema. Es sei offensichtlich, dass die bau- und kulturgeschichtliche Bedeutung dieses karolingischen Baus von der Öffentlichkeit nicht ausreichend gewürdigt werde. Der Todestag Kaiser Karls des Großen vor 1200 Jahren (28. Januar 814), dessen wichtiger Berater Einhard, der Erbauer der Basilika, war, ist Anlass für zahlreiche Veranstaltungen deutschlandweit. „Auch Seligenstadt und dessen Wahrzeichen wird dabei wohl gelegentlich Erwähnung finden“, meint Bayer.

Der 2011 gegründete Basilika-Bauverein sieht es im Kontext mit verschiedenen Institutionen und Persönlichkeiten als eine seiner Hauptaufgaben an, die historische Bedeutung der Einhard-Basilika als Schatz der Karolingerzeit zu erschließen und ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, in das bauliche und erhaltende Maßnahmen integriert werden. Ziel ist nichts weniger als die bau-, kultur- und literaturgeschichtliche sowie theologische Bedeutung des Gotteshauses aufzuarbeiten und einen mehrjährigen Prozess anzustoßen, um der Öffentlichkeit und nicht zuletzt den Seligenstädtern bewusst zu machen, welches Kleinod sie in ihren Mauern haben.

„Spenden statt Geschenke“

Neben diesem ehrgeizigen Projekt und der „Aktion Osterputz“ plant der Verein als aktuelle Schwerpunkte für dieses Jahr die Einrichtung eines Kirchenladens in der Läutestube des Westturms, das Aufstellen eines Modells der Basilika im Maßstab 1:50, spezielle Kirchenführungen und ein Benefizkonzert mit der Seligenstädter Kammerphilharmonie.

Außerdem betonte der Vorsitzende Marcus Bayer ausdrücklich die Idee „Spenden statt Geschenke“. „Das ist eine Möglichkeit für alle, die an einem Festtag auch an die Erhaltung unserer Basilika denken und mit einer Spende helfen möchten“, warb Bayer.

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