Erste Reaktionen

Notunterkunft für Asylanten: „Humanitäre Verpflichtung“

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Bald Notunterkunft für Asylanten: die entwidmete Seligenstädter Hans-Memling-Schule. Nach Informationen des FDP-Politikers René Rock sollen zusätzliche Container auf dem Gelände aufgestellt werden.

Seligenstadt - Verlässliche und belastbare Planung sieht anders aus: Noch Ende Oktober sprach der Kreis Offenbach von 200 Flüchtlingen und Asylbewerbern, schloss die leerstehende Seligenstädter Hans-Memling-Schule (HMS) als Unterkunft kategorisch aus. Von Michael Hofmann 

Am Dienstag nannte Erster Kreisbeigeordneter Carsten Müller eine Zahl von 700 Flüchtlingen und gab neben der Friedrich-Fröbel-Schule in Obertshausen auch die HMS als vorübergehende Notunterkunft an. Seligenstadts Bürgermeister Dagmar B. Nonn-Adams sprach gestern von einer „humanitären Verpflichtung“ der Stadt, aber auch von „einer Fülle von Fragen“, die es nach der aktuellen Entwicklung zu klären gelte. Erste Stadträtin Claudia Bicherl betonte den „ämterübergreifenden Charakter“ der vom Kreis geplanten Vorhaben. Beide Dezernentinnen wurden vorab von Landrat Oliver Quilling informiert, sprachen übereinstimmend von einer „Interimslösung Hans-Memling-Schule“. Demnach sollen sich Asylbewerber jeweils nur einige Tage dort aufhalten, um dann in Quartiere weitervermittelt zu werden.

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Bicherl betonte, der Kreis sei Träger der geplanten Maßnahmen, baue und verwalte die Unterkünfte. Über Detailinformationen verfüge sie nicht. „Aber wir können mit dieser Lösung leben und lassen die Menschen nicht im Stich.“ Zwar habe die Stadt kein Personal, doch wolle sie sich zusammen mit kirchlichen Organisationen um Hilfsangebote für Flüchtlinge bemühen.

Unter den örtlichen Parteien reagierte bislang lediglich die FDP. „Da machen Kreisbeigeordneter Müller und die zuständige Seligenstädter Dezernentin Claudia Bicherl eine Rolle rückwärts“, kommentiert FDP-Fraktionschef René Rock das „Hauruck-Verfahren“ Flüchtlings-Container auf dem Don-Bosco-Gelände aufzustellen und auch die Memling-Schule als Unterkunft nutzen zu wollen. „Müller hatte noch Ende Oktober gesagt, sie sei meilenweit von einer Unterkunft-Nutzung entfernt.“ Als Grund habe er fehlende Wasch-, Dusch- und Kochgelegenheiten vorgeschoben. Jetzt, so die Liberalen, „werden wohl bald Container auf dem Gelände des denkmalgeschützten Gebäudes aufgestellt werden.“ Auskunft verlangt die FDP nun darüber, inwieweit Bicherl in die Pläne des Kreises eingeweiht war.

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