Graffiti und Street Art

Schrille Kunst im Fachwerkhaus

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Graffiti und Street Art erobern den Kunstmarkt. Das Kunstforum stellt ab Sonntag, 6. April, in der Galerie im Alten Haus Werke von fünf Künstlern aus, unter anderem von „Bomber“.

Seligenstadt - Ihre Kunst ist so schräg und schrill wie ihre Namen: Bomber, Boboter One oder Herr Peng gehören zu den kreativen Köpfen, deren Werke ab Sonntag, 6. April, in der Galerie Kunstforum im Alten Haus zu sehen sind.

In dem Bauwerk aus dem Jahre 1327 wird an diesem Tag um 17 Uhr die Ausstellung „Urban Art & Typography“ eröffnet - Graffiti und Street Art im reizvollen Ambiente des Fachwerkbaus.  Vom experimentellen Umgang mit der Typographie über skurrile Welten bis zu realistischen Illustrationen reicht die Bandbreite der insgesamt fünf Künstler. Zu den eingangs genannten gesellen sich noch zwei, die ihre bürgerlichen Namen nicht durch Pseudonyme ersetzt haben: Jörg Schmitz und Kai Lippok. Alle stammen aus dem Rhein-Main-Gebiet.

„Boboter One“

„Bomber“ alias Helge W. Steinmann studierte Kommunikationsdesign und gestaltet seit 26 Jahren mit der Sprühdose und seit zwei Jahrzehnten am Computer. Seine Arbeiten waren in vielen internationalen Ausstellungen zu sehen. Er gestaltete 2011 das bisher größte Graffiti-Kunstwerk Hessen. Bomber verewigte sich auf 1800 Quadratmeter Fläche auf dem Leunabunker in Frankfurt Höchst. 2004 gründete er „Einwandfrei - Verein für Kunst im öffentlichen Raum“.

„Boboter One“ (Balázs Vesszösi) ist seit 2009 als freier Künstler, Grafiker und Kunstpädagoge tätig und Mitglied der „Naxos-Bande“ in Frankfurt. An der Goethe-Universität hat er Kunstpädagogik (Schwerpunkt Grafik und Malerei) studiert. Er malt nicht nur im Außenraum, sondern produziert auch mit seinen „Freaky Rabbits“ witzige Serien als Vinyl Toys und futuristische Acryl-Collagen, die er „Abstrakt-Wolpertinger“ oder „Collagierte Wirklichkeiten“ nennt. Mit der Kultivierung der Handschrift befasst sich seit 2008 Jörg Schmitz, Absolvent der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Er lehrte Typographie an der FH Mainz und gründete den Verein „Schrift und Bild“. Seine „Scripturale Poesie“ stellt er in den Kontext zur Architektur.

„Herrn Peng“

„Herr Peng“ verwendet oft religiöse Symbole wie Kreuze oder Fische, die eine starke Aufmerksamkeitswirkung haben, und spielt dabei mit dem Mystischen und Geheimnisvollen. Aber auch Slogans wie „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bemalen“ sind Teil seiner Arbeit. Kai Lippok studiert an der Frankfurter Goethe-Universität Kunstpädagogik und arbeitet als freier Künstler. Er engagiert sich in Workshops zu Themen wie Graffiti oder Comiczeichnung und arbeitet zusammen mit Anlaufstellen für Kunst, Kultur- und Jugendförderung (z. B. SchirnGraffiti-Akademie 2013). Die Ausstellung „Urban Art & Typography“ ist bis 29. Juni zu sehen. Geöffnet ist freitags bis sonntags sowie feiertags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Hessens größtes Graffito

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sig

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