Notizbuch der Woche: Großes im Anmarsch?

Seligenstadt - (mho) Notizbuch der Woche: Aus gegebenem Anlass möchten wir heute unseren geschätzten Kollegen „Turmmännche“ aus dem Heimatblatt zu Wort kommen lassen. Dessen ziemlich coole Feststellung: „Meine Seligenstädter haben gewählt.

Nein, ich meine nicht die Landtagswahl, sondern die für viele in unseren alten Mauern wichtigste Wahl überhaupt, die des Prinzenpaars“ lässt sich angesichts der anlaufenden tollen Tage kaum toppen. Nun sind die Ergebnisse beider Ereignisse bekannt, allein unsere Politiker taten sich wieder mal schwer mit der „Vergangenheitsbewältigung“. Noch am Donnerstag blendeten die leuchtend roten Riesen-Leinwände der beiden Talkshow-Ikonen Gregor Gysi und Oskar Lafontaine das Wahlvolk. Die Hochfrequenzplakatierer-Mannschaft unseres Froschhäuser Wahlkreissiegers Frank Lortz hatte wohl den anstrengendsten Entsorgungsjob. Allerdings übersah sie wohl einige Konterfeis ihres Meisters entlang der Würzburger Straße. Die Plakate, inzwischen von Schnee, Eis und Regen gezeichnet, vermitteln nun eher den Eindruck eines Kriegsheimkehrers denn den eines Landtagsvizepräsident-Aspiranten.

Das neue Jahr ist kaum vier Wochen alt, da knirscht's schon wieder mächtig im Seligenstädter Politgebälk. Zunächst einmal eröffnen zwei Fragen in der offensichtlich unendlichen Kommunalwahlskandal-Geschichte ein neues Kapitel: Wer trägt nach dem Studium des Verwaltungsgerichtsurteils die Schuld am ganzen Schlamassel, und wer zahlt die Zeche der Wiederholungs-Briefwahl in Froschhausen? Weil Politiker taktisch denken, käme es natürlich zupass, wenn sich dieses Thema gleich zu Beginn des Bürgermeisterwahlkampfs ausschlachten ließe. Insofern glaubt die CDU ein Motiv zu haben, um Rathauschefin Dagmar B. Nonn-Adams zu attackieren. Als die Stadtverordnetenversammlung dieses emotionale Thema im Dezember weitgehend sensibel und kollegial behandelte, waren wir als Berufsoptimisten davon überzeugt, dass daüber erst dann wieder gesprochen und gestritten wird, wenn die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen vorliegen - und das ist definitiv derzeit nicht der Fall. Aber daraus wird wohl nichts. Angestoßen hat das Thema übrigens die FDP, die vorlaut geprüft haben wollte, ob die Rechnung nicht dem in dieser Angelegenheit bereits verurteilten Froschhausener CDU-Funktionär Heinrich K. präsentiert werden kann. Damit haben Rock und Co, die die parteilose Bürgermeisterin bekanntlich unterstützen, dieser wohl einen Bärendienst erwiesen.

Zoff gab's auch, als sich der Seligenstädter Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur dieser Tage zum Vor-Ort-Termin im Volkshochschul-Büro an der Steinheimer Straße traf. Weil's zu diesem Thema noch gar keinen Antrag gab und weil's an diesem Tag auch der einzige Programmpunkt war, warfen Kritiker aus der Opposition dem Ausschuss-Vorsitzenden, dem CDU-Politiker Steffen Thiel, vor, er habe rund 900 Euro verplempert. Die örtlichen Kultur-Lobbyisten, notorisch klamm, aber mit einem unübertrefflichen Sendungsbewusstsein ausgestattet, sollen dagegen höchst zufrieden mit dem auffällig wachsenden CDU-Interesse an den schönen Künsten gewesen sein, stimmt das in die Jahre gekommene Vhs-Domizil doch so gar nicht mit den eigenen Ansprüchen überein. Nun soll's ja schon hochtrabende Pläne geben, wichtige Herrschaften gehen mit Umzugsideen schwanger, andere schwärmen schon von einer Stiftung. Au weh, da scheint wieder mal Großes im Anmarsch.

Ein wenig in die Nesseln gesetzt haben wir uns mit unserer Ankündigung der Lourdes-Kultur-Erlebniswallfahrt. Weil wir die Initiative etwas gedankenlos der Zellhäuser Pfarrei St. Wendelinus zugeschrieben haben, scheinen wir unseren guten Pfarrer Bernhard Gugerel, Initiator des Ausfluges, in Misskredit gebracht zu haben. Das war natürlich nicht unsere Absicht, auch sollte keinesfalls der Eindruck entstehen, als sei dies eine Ausschreibung nur einer der beiden Mainhausener Pfarreien. Damit in der kleinsten Gemeinde des Kreises Offenbach nun die Frage „Wem gehört der Pfarrer?“ nicht zu gravierenden Verstößen gegen das biblische Gebot der Nächstenliebe führt, dies in dürren Worten zur Richtigstellung: Gugerel ist Pfarrer beider Kirchengemeinden - St. Kilian in Mainflingen und St. Wendelinus. Für die Erlebniswallfahrt können sich selbstredend Brüder und Schwestern aus West und Ost unter 3544 anmelden.

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