Bürger an Planungen beteiligen

Seligenstadt - Kürzlich war die offizielle Schlüsselübergabe für die fertig gestellte Emma-Schule an der Giselastraße. Nach den Sommerferien werden die Grundschüler in den Neubau einziehen. Von Sabine Müller

Die Tage der bisherigen Emma-Schule - vorher Matthias-Grünewald-Schule - gleich um die Ecke am Ende der Einhardstraße sind gezählt. Stellt sich die Frage, was mit dem Gelände passieren soll. Wohnraum schaffen, meint die CDU-Fraktion in einem Antrag, der in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung aber nur in abgespeckter Form eine Mehrheit fand, weil die anderen Fraktionen den Fokus nicht auf ein weiteres Mehrgenerationen-Wohnprojekt richten wollen.

Die Christdemokraten hatten zuvor Landrat Oliver Quilling kontaktiert. Der Kreis Offenbach sei daran interessiert, das Gebiet in ein allgemeines Wohngebiet umzuwandeln, vermerken sie in ihrem Antrag. Außerdem fordern sie, dafür einen einfachen Bebauungsplan aufzustellen, der die Voraussetzungen für ein Mehrgenerationenwohnen schafft.

Gebiet nur schwer für den Verkehr anzubinden

Wie berichtet, hatte die CDU-Fraktion versucht, den Beschluss der Stadtparlamentarier zu kippen, dass neben Schwimmbad und Sportgelände ein Mehrgenerationenhaus gebaut werden kann. Sie befürchtet eine Anwohnerklage gegen Lärmimmissionen, die zu einer Schließung der Anlagen führen könnte. Mittlerweile gebe es zwar einen Kompromiss, der das Gebiet begrenze, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Bergmann, doch der Verein „Wohnikum“ habe schon signalisiert, dass dies nicht ausreichen werde. Entsprechende Vorschläge ließen sich gemeinsam mit den Bürgern für das freie Schulgelände entwickeln.

„Dem Antrag der CDU stimmen wir grundsätzlich zu“, so SPD-Politiker Rolf Wenzel. „Als Kreistagsabgeordneter habe ich auch Interesse daran, dass Einnahmen generiert werden.“ Es müsse jedoch geprüft werden, inwieweit die Schulsporthalle erhalten werden könnte, außerdem sei das Gebiet nur schwer für den Verkehr anzubinden. Ein Bebauungsplan sollte nach einer öffentlichen Anhörung mit Bürgerbeteiligung erstellt werden. Allerdings lasse der letzte Satz des CDU-Antrags stutzen, sagte Wenzel: Für die Option auf ein Mehrgenerationenhaus verweigere die SPD-Fraktion ihre Stimme.

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Susanne Schäfer (FDP) sprach davon, eine Schul-Multifunktionshalle auf den Weg zu bringen und wollte ebenfalls den letzten Satz gestrichen sehen, der auch den Bündnisgrünen nicht schmeckte: „Der Antrag ist ein Schnellschuss, um zu zeigen, dass man Mehrgenerationenwohnen nicht generell ablehnt“, erklärte Rainer Schmidt. Verhandlungen mit dem Kreis über die weitere Nutzung des Schulgeländes wünschen sie sich ergebnisoffen. „Laut einem Magistratsbericht gibt es noch genügend nicht bebaute Grundstücke in den Neubaugebieten.“ Eine Alternative könnte die Zusammenarbeit mit den anliegenden Schulen sein. Die Grünen lehnten deshalb den CDU-Antrag ab.

Rubriklistenbild: © dpa

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