Grundwasser: Mit erhöhten Baukosten ist zu rechnen

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Geplanter Verkauf des Schulgrundstücks der Seligenstädter Don-Bosco-Schule: Die einstige Forderung des Kreises, die Stadt solle ihre Planungshoheit bei der Umwandlung in Wohnbebauung wahrnehmen, scheint in Vergessenheit geraten zu sein.

Seligenstadt ‐ Der Grundstein für den Neubau der Grundschule an der Seligenstädter Giselastraße wurde bereits Mitte November 2009 gelegt, die Baugrube ist ausgehoben, die Kräne warten auf ihren Einsatz. Seine Finanzierungsprobleme hat der Kreis Offenbach als Schulträger dank einer 12,6-Millionen-Spritze aus dem Konjunkturprogramm des Landes Hessen gelöst/vertagt. Von Michael Hofmann

Doch was geschieht nun mit dem einst zur Vermarktung vorgesehenen Areal der Don-Bosco-Schulfläche?

Monatelanges Schweigen im Wald - bis dieser Tage ein Magistratsbericht auf der Tagesordnung auftauchte, den die Stadtverordnetenversammlung nach entsprechenden Finanzierungsplänen des Kreises im Sommer 2008 in Auftrag gegeben hatte. „Die Veräußerung bedarf der Mitwirkung der Stadt Seligenstadt, die ihre Planungshoheit (...) wahrnehmen muss“, hatte der Kreisausschuss noch im Frühjahr 2008 angemerkt. FDP-Fraktionschef René Rock nahm dies zum Anlass, sich bei Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams über den Sachstand in der Verhandlung mit dem Kreis Offenbach, Eigentümer der rund 22 500 Quadratmeter großen Fläche, zu erkundigen. Doch die Bürgermeisterin musste passen. Sie könne das nicht beurteilen, seit der Konjunkturprogramm-Finanzierung Mitte 2009 habe sich der Kreis in dieser Angelegenheit nicht mehr bei der Stadt gemeldet.

Rückblende: Nach den Plänen des Kreises sollte der Verkauf der Don-Bosco-Fläche zur Finanzierung der Giselastraßen-Schule herangezogen werden: „Nach Gutachter beträgt der Richtpreis 370,00 Euro pro Quadratmeter, was bei einer bebaubaren Teilfläche von 20 000 Quadratmetern einen Veräußerungsgewinn von zirka 7,4 Millionen Euro erwarten lässt.“

Durch Verkehr zusätzliche Gefährdung für Schüler

Inzwischen hat sich das städtische Bauamt intensiv mit den Umsetzungsmodalitäten auseinandergesetzt und eine Drucksache erarbeitet, die der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Dienstag zur Kenntnisnahme vorliegt. Demnach dürfte eine wie auch immer geartete Realisierung nur auf den ersten Blick leicht von der Hand gehen. Die Umwandlung in ein Wohngebiet ist sowohl im vereinfachten Verfahren als auch über einen Bebauungsplan möglich. Das Bauamt geht zudem davon aus, dass etwa 30 Prozent der Gesamtfläche von exakt 22.581 Quadratmetern für Erschließungsanlagen (Straßen, Parkplätze, Spielplatz, Grünflächen) benötigt werden. „Zur Thematik der möglichen Wohneinheiten (...) ist anzumerken, dass laut aktuellem Regionalen Flächennutzungsplanentwurf 35 bis 50 Wohneinheiten je Hektar vorgeschrieben werden. Dies würde bedeuten, dass mit etwa 260 Personen zu rechnen ist.“ 

Aber: Derzeit existiert nur die Einhardstraße als Erschließungsstraße, die ohnehin sehr stark von Schülern frequentiert wird. Durch erhöhtes Verkehrsaufkommen aus dem neuen Wohngebiet entsteht eine zusätzliche Gefährdung für Schüler. „Zur inneren Erschließung des Gebietes sind weitere Straßen erforderlich.“ Auch der Anschluss an die Wasserver- und entsorgung sei zu prüfen: „Es ist davon auszugehen, dass Folgekosten für die Schaffung einer neuen Infrastruktur entstehen. Es muss durch den hohen Grundwasserspiegel auch mit erhöhten Baukosten gerechnet werden. Dies ist im Vorfeld durch entsprechende Bodengutachten zu prüfen.“

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