Ideengeber und ein väterlicher Förderer Günter Henrich verstorben

Seligenstadt - Mitten aus dem Leben waren die Karikaturen Günter Henrichs, mit denen er über viele Jahre auch die Leser unserer Zeitung unterhielt. Von Oliver Signus

Unerwartet aus dem Leben gerissen wurde der 73-jährige Künstler, als ihn bei den Vorbereitungen einer Veranstaltung am vergangenen Donnerstag im Frankfurter Stadtteil Bornheim ein tödlicher Herzinfarkt ereilte. Dort, so berichtet Eckhard Redmann vom Seligenstädter Kunstforum, stand eine Lesung aus den Büchern „Schoppepetzers Lamento“ und „Gude Petrus“ - gemeinsam mit dem Autor Rainer Weisbecker - auf dem Programm in einem Bornheimer Kaufhaus.

Natur und Kultur gehörten für Günter Henrich unauflöslich zusammen, so Redmann in einem Nachruf des Kunstforums. Als Gründer und Betreuer der „Galerie im Turm“ bei der Energieversorgung Offenbach (EVO) und in denvergangenen Jahren im Galerieteam des Kunstforums führte er feinfühlig und ideenreich Künstler der Region zusammen. Seine Ausstellungen waren originell, so die Präsentationen „Apfelweinkunst“, „raumpflege“ und die „Welt im Kinderbuch“.

Er kämpfte um jeden Baum

Er kämpfte um jeden Baum, sei es, dass er nicht gefällt werde, sei es, dass Bäume gepflanzt werden sollten. Der Erhalt der Streuobstwiesen führte gleichzeitig zu einem Plädoyer für den hiesigen Apfelwein, und mit dem Hiesigen verband sich auch die Liebe zum hessischen Dialekt, wie er aus seinen zahlreichen Cartoons und Büchern spricht. „Mit Leidenschaft und Fairness verfolgte er seine Ideen, brachte sie auf den Weg, und wenn sie eine ausreichende Eigendynamik erreicht hatten, zog sich Günter Henrich bescheiden zurück“, resümiert Redmann

Als in diesem Jahr das Kunstforum darüber nachdachte, wie sein 25-jähriges Bestehen zu gestalten war, hatte Henrich die Idee: Sorgt für Sponsoren, strebt an, 25 Bäume in Seligenstadt zu pflanzen, um damit die Verwurzelung des Kunstforums mit Seligenstadt zu dokumentieren. Keine 24 Stunden bevor seine Idee der „SeligenstadtverWALDung“ über die Presse der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ereilte Günter Henrich der Tod.

„Kunstforum verliert einen wertvollen Ideengeber“

„Das Kunstforum verliert in Günter Henrich einen wertvollen Ideengeber, die Künstler verlieren einen väterlichen Förderer und die Ökologie-Bewegung verliert einen passionierten Anwalt“, so Redmann weiter.

Die Mitglieder des Kunstforums Seligenstadt wollen als Zeichen des öffentlichen Gedenkens und des Dankes an Günter Henrich einen Baum der „SeligenstadtverWALDung“ dem verstorbenen Künstler widmen.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Sebastian Ständecke

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