Ortstafeln an Zufahrtsstraßen tragen nun den Namenszusatz

Gut beschildert in Einhards Stadt

Endlich, die neuen Ortsschilder mit Einhardstadt-Zusatz stehen (v.l.): Thomas Laube und Staatsministerin a.D. Dorothea Henzler (Einhard-Gesellschaft), Bürgermeister Daniell Bastian und Erster Stadtrat Michael Gerheim.
+
Endlich, die neuen Ortsschilder mit Einhardstadt-Zusatz stehen (v.l.): Thomas Laube und Staatsministerin a.D. Dorothea Henzler (Einhard-Gesellschaft), Bürgermeister Daniell Bastian und Erster Stadtrat Michael Gerheim.

Seligenstadt – Besucher dieser Stadt erfahren nun, sofern sie es nicht ohnehin längst wissen, auf (vorerst) vier Einfallstraßen schwarz auf gelb, dass sie sich einem historisch bedeutsamen Ort nähern. „Einhardstadt Seligenstadt Kreis Offenbach“ ist auf den neuen Ortsschildern zu lesen, die Bürgermeister Daniell Bastian, Erster Stadtrat Michael Gerheim sowie Staatsministerin a.D. Dorothea Henzler und Thomas Laube von der Einhard-Gesellschaft jetzt vorstellten.

Im Februar hatte Innenminister Peter Beuth der Stadt persönlich einen Besuch abgestattet, um Seligenstadt offiziell nach Paragraf 13 der Gemeindeordnung den Namenszusatz „Einhardstadt“ zu verleihen. „Leider wurde kurz darauf unsere Freude getrübt, da wir mit den Folgen und Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten. Plötzlich standen dringlichere Angelegenheiten an, und Gelder mussten in andere Kanäle fließen“, erinnert der Rathauschef. Gleichwohl wolle die Stadt nun ihrem Namenszusatz und der damit verbundenen Würdigung Einhards Rechnung tragen und als erste Maßnahmen neue Ortsschilder aufstellen.

„Einige der Schilder fallen in den Bereich von Hessen Mobil als Straßenbaulastträger, da sie an Landstraßen stehen. Das macht die zeitgleiche Umsetzung etwas schwierig“, erläutert Erster Stadtrat Michael Gerheim.

Bisher wurde an vier Stellen Schilder aufgestellt: an der Dudenhöfer Straße (dort war das ursprüngliche Schild abhanden gekommen), an der Aschaffenburger Straße, an der Steinheimer Straße und an der Zellhäuser Straße. Die Einhard-Gesellschaft, von der neben der Einhard-Stiftung und der Stadt die Initiative auf Beantragung des Namenszusatzes ausging, stiftet eines der neuen Schilder, die fortan den Weg in die Stadt Einhards weisen.

Kenner und Seligenstadt-Liebhaber nannten die Stadt schon immer in einem Atemzug mit Einhard, dem Vertrauten Karls des Großen. Das hat seinen guten Grund, denn ohne diesen berühmten Gelehrten der Karolingerzeit wäre sie nicht „selig“. Die von Einhard initiierte Überführung der Reliquien der Märtyrer Marcellinus und Petrus aus Michelstadt-Steinbach hat aus Ober-Muhlinheim das heutige Seligenstadt und damit aus einer eher unbedeutenden Ortschaft am Main eine bekannte Pilgerstätte gemacht.

Einhard gründete das Benediktinerkloster und ließ die Basilika bauen, bis heute das Wahrzeichen der Stadt. Seine Visionen, sein Handeln, sein Weitblick und seine Klugheit wirken bis heute nach, er gilt als „Mitbürger durch die Zeit“. Daher gibt es das Einhardhaus, den Einhardrad- und -wanderweg, den Einhardpreis für herausragende Biografen, verliehen von der Einhard-Stiftung in Anlehnung an Einhards Biografie Karls des Großen, sowie die Einhard-Gesellschaft, die mit unterschiedlichen Publikationen das Leben und Wirken Einhards (Acta Einhardi, Bände I bis III) immer wieder aufgreift.

Im Jahre 2008 war Seligenstadt Austragungsort eines großen, international besetzten Einhardsymposiums, und im Jahr 2015 beging Seligenstadt zusammen mit Michelstadt-Steinbach das große Einhard-Jubiläumsjahr, die erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren. Eigens für dieses Jubiläumsjahr hatte Seligenstadt eine Einhard-Sonderbriefmarke herausgebracht.  mho

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare