Gute Chancen auf den Titel „Mutter aller Stadtführungen“

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Geschichte und zahlreiche Geschichten halten Seligenstadts Stadtführer bereit, wen sie interessierte Besucher durch die Stadt führen. Im Vorjahr nahmen 13 509 Interessenten an 656 Veranstaltungen teil.

Seligenstadt (mho) ‐ Gäbe es eine „Mutter aller Stadtführungen“ - die Einhardstadt könnte bei der Titelvergabe mit Sicherheit ein gewichtiges Wörtlein mitreden.

Sage und schreibe 15 unterschiedliche Touren bieten allein die zwölf städtischen Führer an. Doch damit nicht genug. Mit der Stadt konkurriert die „Stadtführer-Gilde Seligenstadt“, für die Gisela Meutzner, Uschi Lüft und Wolfgang Homburg verantwortlich zeichnen. Die Gilde gehört dem Verein „Gästeführung Odenwald“ und dem „Bundesverband der Gästeführer in Deutschland“.

Auch sie hat mit Klassischer Führung, Großer Führung, Stadtrundgang für Schüler, Erlebnis-Führung für Kinder, Auf jüdischen Spuren, „So oft ich nachts die Gässlein geh...“, Der Main - der nasse Limes, Offener Stadtrundgang, Hoch-Zeit-Führung und Einhard-Basilika ein breites Spektrum im Angebot - thematische Überschneidungen mit der Stadt inklusive. Nach einem Streit mit Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams über Gebührenordnung und Preisgestaltung waren die Gilde-Mitglieder aus der städtischen Organisation ausgeschert und erschienen im März 2010 unter neuem Namen als eine Art „Konkurrenzunternehmen“. Aufgrund unterschiedlicher Ansätze (Führungsdauer, Teilnehmerzahlen) ist ein Preisvergleich der beiden Anbieter nur schwer möglich.

Knapp 13 500 Interessenten

Allen Aktivitäten gemeinsam ist jedoch: Unter fachkundiger Leitung können Besucher und Einheimische Seligenstadt und seine über 1900 Jahre alte Geschichte bei einer Stadtführung näher kennenlernen. Die historischen Entdeckungsreisen unterschiedlicher Art können über die Tourist-Information am Markt (z 06182 87-170; seligenstadt.de) und bei der Gilde (Gisela Meutzner, z 06181 57 59 446; stadtfuehrung-seligenstadt.de) vereinbart und gebucht werden. Die Gilde bietet auch englischsprachige Touren gegen Aufpreis an, die Stadt Führungen auf Englisch, Französisch und Italienisch, ebenfalls mit Zuschlag.

Nach Angaben von Claudia Mehler-Bungert verlief das Jahr 2010 für die städtische Tourist-Information überaus erfolgreich: Knapp 13 500 Interessenten nahmen an 656 Führungen teil. Die Zahl der Teilnehmer erhöhte sich damit im Vergleich zum Jahr 2009 um 1 091 Personen oder 8,8 Prozent, die der Führungen um 80 oder 13,9 Prozent. Demnach haben im Vorjahr 10 978 Personen an 498 allgemeinen Führungen teilgenommen, 481 an 27 Fremdsprachenführungen und 2030 an 111 Themenführungen. Besonders hoch im Kurs stehen die Themenführungen, bei denen eine ganze Reihe von Neuheiten viele neugierig gemacht hat.

Im Trend-Angebot: Geocaching

So haben die Mitarbeiter der Tourist-Information festgestellt, dass Geburtstagskinder desöfteren ihre Gäste zu einem der Rundgänge einladen: Das gilt für die Kinderführung „Seligenstadt für und durch Kinderaugen!“, aber auch bei etwas älteren Semestern, für die folgende Touren interessant sind: „Von Turm zu Turm“, „Kaiser, Kronen, Kurioses“, „Frauensache - Eine Frauentour durch Seligenstadt“, „Markt und Straßen steh´n verlassen“ oder „Ochsenblut, Feuerböcke und wilde Männer“. Eine Sonderstellung nimmt „Gott sei dank, sie haben sich!“ ein - die so genannte Hochzeitsführung. Die Führer erzählen Geschichten rund ums Heiraten und geheiratet werden. Liebesgeschichten, Legenden und andere Anekdoten bieten Anlass zu heiteren und auch besinnlichen Betrachtungen über die Ehe.

Zu den weiteren städtischen Besonderheiten zählt zweifellos die Stadtwanderung mit „Paula“: Für Besucher, die die Stadt auf eigene Faust erkunden wollen, gibt es die Möglichkeit, mit einem multimedialen satellitengesteuerten GPS-Gerät auf Entdeckung zu gehen. „Paula führt die Besucher zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, liefert Erklärungen und unterhält mit interessanten Hintergrundinformationen“, wirbt die Stadt in ihrer Broschüre „Unterwegs in Seligenstadt - Stadtrundgänge und Themenführungen“.

Im Trend liegt Seligenstadt sicherlich auch mit einem weiteren Angebot: „Geocaching“. Statt mit Pfeilen und Hinweisen geht es bei dieser GPS-gesteuerten Schnitzeljagd anhand von Koordinaten quer durch die Stadt. Die „elektronische Schatzsuche“ führt die Teilnehmer zu den wichtigsten architektonischen Sehenswürdigkeiten - so entdecken die Besucher nicht nur Verstecke („Caches“), sondern ganz nebenbei auch die schönen Seiten der Stadt.

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