Gute Küche und Wohlfühlatmosphäre

Mit dem Restaurant „Klosterstuben“ kehrt ein Stück Tradition zurück

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Werner Brendel, Guido Zang und Küchenchef Dominik Laas (von rechts). Oben: Eine Speisekarte aus den 60er Jahren.

Seligenstadt – Auf der Speisekarte der „Klosterstuben“ standen jahrzehntelang gutbürgerliche Speisen. Danach gab es 22 Jahre lang italienische Spezialitäten im Restaurant auf dem Freihofplatz. Von Oliver Signus

Nun kehrt nicht nur der traditionsreiche Name zurück, ab dem 15.März serviert der neue Pächter Guido Zang seinen Gästen deutsche Küche mit einem mediterranen Touch. Der Name „Klosterstuben“ steht in der Einhardstadt für ein Kapitel Gastronomiegeschichte. Einige Jahrzehnte trug das Restaurant auf dem Freihofplatz 7 diesen Namen, bis es 1996 unter dem Namen „Il Castello“ weitergeführt wurde. Das Lokal „brummte“, sagt Werner Brendel, Eigentümer des Hauses. Nachdem der Pächter zum Ende des vergangenen Jahres geschlossen hatte, soll nun mit der Umbenennung in „Klosterstuben“ ein Stück Tradition zurückkehren. Der neue Pächter, Guido Zang, setzt auf deutsche Küche mit mediterranem Flair. Was der Gastronomie-Profi damit meint, lässt sich beim Betrachten des Internetauftritts seines Restaurants „Bayrischer Hof“ in Mainaschaff nachvollziehen, das der 52-jährige Aschaffenburger seit 26 Jahren betreibt. „Gute Küche, liebevoller Service und Wohlfühlatmosphäre“ will Zang seinen Gästen bieten.

Die Speisekarte sei bereits fertig, sagt er. Die Angebote sollen vielfältig sein. So werde es für die Gäste, die in den warmen Monaten Seligenstadt per Ausflugsdampfer besuchen, kulinarische Genüsse geben, die schneller zubereitet sind. Wer am Abend mehr Zeit mitbringt, den möchten Zang und sein Team mit anderen Menüs verwöhnen. Der Gastronom, der den Beruf als Koch von der Pike auf gelernt hat, wird dabei ebenfalls am Herd stehen. Zu seinem Selbstverständnis gehört außerdem, dass er als Chef auch präsent ist und sich um seine Gäste persönlich kümmert. Daher möchte er an vier der sechs Öffnungstage in Seligenstadt sein, während er sein Restaurant in Mainaschaff einem bewährten Team weitgehend überlässt.

Je vier Köche und Bedienungen will Zang beschäftigten, dazu je nach Saison und Betrieb Aushilfskräfte. Seit vielen Jahren bildet er auch junge Menschen aus und kann so auf ein gut funktionierendes Netzwerk beim Personal zurückgreifen, sagt er. Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit seien oft ein Problem in seinem Metier, umso wichtiger seien daher gute Kontakte.

Dass Zang sich in der Einhardstadt ein zweites berufliches Standbein aufbaut, hängt mit mehreren Aspekten zusammen. „Das Umfeld ist toll, die Lage ist furios“, sagt er euphorisch. Der anderen wichtige Aspekt ist, dass die Chemie zwischen ihm und Hausbesitzer Brendel stimmt. Gegenseitiges Vertrauen müsse vorhanden sein. Ein weiteres wichtiges Argument eint die beiden: Brendel wollte langfristig vermieten, Zang wollte einen langfristigen Vertrag. Zehn Jahre sind daher im Kontrakt festgehalten.

Im großen Gastraum mit seinen rund 110 Plätzen muss kaum etwas gemacht werden. „Wir haben vor zwei Jahren erst alles renoviert“, erläutert Brendel. Die Aufteilung ist derart gestaltet, dass auch abgeschlossene Bereiche - etwa für kleinere Konferenzen und Versammlungen - genutzt werden können. Zudem gibt es einen Biergarten, in dem in den warmen Monaten des Jahres weitere 80 Gäste Platz finden.

Auch wenn sich die „Klosterstuben“ tadellos in die Altstadt einfügt, handelt es sich nicht um ein historisches Gebäude, sagt Brendel. Es sei lediglich im Fachwerkstil errichtet worden. Wie lange das Haus bereits für Gastronomie genutzt wird, kann er nicht zurückverfolgen, vermutet aber, dass Speisen und Getränke dort seit mindestens sieben Jahrzehnten serviert werden. Zu den ältesten erhaltenen Nachweisen gehört eine Speisekarte, die Brendel bei Aufräumarbeiten fand. Sie stammt vermutlich aus den 1960er Jahren, als Eduard Kaiser, der zur Familie der „Eis-Kaiser“ gehört, das Lokal betrieb.

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