Guter Empfang am Fenster

Seligenstadt (th) - Moderne Computertechnologie im Einsatz an historischer Stätte: Am Sonntag startete im Landschaftsmuseum das erste QR-Projekt Hessens.

QR steht für „Quick Response“ (englisch: Schnelle Antwort) und ermöglicht es Besitzern internetfähiger Mobiltelefone, schnell und unkompliziert Infos über Ausstellungsstücke im Museum zu erhalten. Projektleiter Marcel Subtil und seine Mitarbeiterin Tanja Neumaier von der Kulturförderung des Kreises waren den ganzen Tag vor Ort, um Besucher mit dieser neuen Technik vertraut zu machen.

Was verbirgt sich hinter der QR-Technik? Auf derzeit 30 Ausstellungsstücken sind briefmarkengroße, grafikähnliche Kästchen in der Kurzbeschreibung des Objekts zu finden. Aktiviert der Besucher sein Mobiltelefon, das über die entsprechende Software verfügt (sogenannte Apps, gibt es zumeist kostenlos vom Handy-Anbieter), schaltet das Telefon auf Kamerafunktion. Das QR-Symbol wird abgelichtet, das Handy verbindet mit einer Internetseite, auf der alle Infos zum Exponst aufgelistet sind. „Ein für den Anwender sehr einfaches System, das schnell und unkompliziert viele Informationen vermitteln kann“, ist Tanja Neumaier begeistert von den vielfältigen Möglichkeiten: „Es können Texte, bewegte Bilder und ganze Filme abgerufen werden.“

Jüngere Zielgruppe soll erreicht werden

Derzeit wird daran gearbeitet, alle 200 Exponate des Museums mit den QR-Codes auszustatten. Angst, weniger technikbegeisterte Besucher zu verschrecken, haben Subtil und Neumaier nicht. Vielmehr gehe es darum, neue und auch jüngere Zielgruppen zu erreichen. „Gerade die 14- bis 29-Jährigen sind mit dieser Technik schon vertraut und nutzen sie“, sagt Neumaier. QR-Codes finden sich beispielsweise schon länger auf Flug- und Bahntickets, auf Postern und Anzeigen. Für diejenigen, die diese Anwendung ihres Mobiltelefons erlernen wollen, liegen schriftliche Informationen im Museum aus.

Die ersten Reaktionen der Museumsbesucher in Seligenstadt waren auf jeden Fall ermunternd. „Es waren gar nicht einmal die ganz jungen Gäste, sondern eher ältere gestandene Besucher“, weiß Marcel Subtil von den QR-Nutzern zu berichten. Der Projektleiter zieht ein positives Fazit. So berichtet er von einer sehr interessierten 80-jährigen Dame, die demnächst mit ihrem Enkel ins Museum kommen will, „weil der sich halt besser mit Technik auskennt und es mir zeigen kann.“ Nur ein Problem gibt es: Aufgrund der dicken Klostermauern ist der mobile Internetempfang an einigen Stellen eingeschränkt. „Aber wenn man an ein Fenster geht, lässt sich die Verbindung schneller aufbauen“, sagen Subtil und Neumaier. Bei aller Hochtechnologie helfen halt manchmal nur die ganz einfachen Tricks.

Rubriklistenbild: © dpa

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