Stadt unterstützt Gewerbe

Guter Sommer, schwerer Winter

Die Freiluftsaison für die Gastronomen endet üblicherweise Ende Oktober. Dieses Jahr aber soll sie über den ganzen Winter fortgesetzt werden.
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Die Freiluftsaison für die Gastronomen endet üblicherweise Ende Oktober. Dieses Jahr aber soll sie über den ganzen Winter fortgesetzt werden.

„Es wird nicht einfach“, beschreibt Bürgermeister Daniell Bastian die Situation der gastronomischen Betriebe in der Einhardstadt angesichts der sich verschärfenden Corona-Krise. Der Ausblick scheint düster, doch seien die Sommermonate für die örtlichen Restaurants und Lokale „angesichts der Verhältnisse“ gut gewesen.

Seligenstadt – Mit Blick auf die kalte Jahreszeit steige die Angst vor Ansteckung und die Gefahr. Daher müssten neben Gastronomie auch Hotellerie und Gewerbe kreativ werden, damit Kunden und Gäste weiter kommen und geschützt sind.

Eine Umfrage in der hiesigen Übernachtungsbranche habe ergeben, dass es nach dem brutalen Einbruch von März bis Mai wieder eine gewisse Stabilität gebe. „Einzelne Unterkünfte verbuchen sogar Steigerungen im Vergleich zur selben Zeit in den Vorjahren“, sagt Bastian. Er erklärt dies damit, dass Urlaub in Deutschland attraktiver geworden sei. So blieben etwa 20 Prozent der Gäste doppelt so lange wie üblich. „Natürlich wiegt im Gegenzug schwer, dass die internationalen Gäste ausbleiben. Auch halten Absagen von Festen und Messen an“, so der Rathauschef. Für einen Ausgleich bei preiswerteren Unterkünften sorge wiederum der Anstieg an Buchungen durch Handwerker.

Die Gastronomie, hauptsächlich in der Innenstadt, profitiere ebenfalls von Touristen, die in der Region statt im Ausland Urlaub machten, und von Daheimgebliebenen. Das Ausbleiben von Festen und Feiern könne dies indes nicht kompensieren. Zusätzlich gehe bei den Wirten Sorge vor der kalten Jahreszeit mit eingeschränkter Sitzkapazität im Schankraum um.

„Um dem ein wenig entgegenzuwirken, werden wir von Seiten der Stadt die Außenkonzession über die komplette Wintersaison ausdehnen, und zwar kostenlos“, kündigt Bastian an. So sei die Bewirtung im Freien über den 31. Oktober hinaus bis zum Saisonstart im März möglich. Wirte können mit Schirmen, Abtrennungen, Außenheizung oder Hütten mit drei geschlossenen Seiten weitere Kapazitäten schaffen.

Die Bauaufsicht des Kreises bestehe allerdings auf einem einheitlichen Bild. Daher bietet der Gewerbeverein seine Adventmarkthütten zur Vermietung an. Bei Einhaltung von Flächen bis 75 Quadratmetern bedürfe es keiner besonderen Genehmigung, ein formloser Antrag beim Ordnungsamt genüge, so Erster Stadtrat Michael Gerheim.

Der Wochenmarkt bleibt wegen des ausfallenden Adventsmarkts auch in der Vorweihnachtszeit auf dem Marktplatz. Daneben fällt auch die Waldweihnacht rund um Brehms Hütte aus. Das dafür und für die ebenfalls abgesagte Hochzeitsmesse eingeplante Geld stellte die Stadt dem Gewerbeverein als Zuschuss zur Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstraße zur Verfügung. Außerdem kauft sie Schmuck für den Adventskranz auf dem Freihofplatz.

Mitarbeiter des Bauhofs schmückten auch wieder die Giebel der Altstadthäuser und stellen auf dem Marktplatz einen Weihnachtbaum auf, der am vierten Advent illuminiert wird, wenn auch anders als sonst. Die Adventsführung „Markt und Straßen steh’n verlassen“ ist wieder im Programm, als öffentliche Führung oder individuell gebuchter Rundgang.

Den örtlichen Handel könne man unterstützen, sagt Bastian und verweist für weitere Infos auf das Gutschein-Portal Seligenstadt-Liebe.de. (Von Oliver Signus)

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