Nahverkehr und Integration als Hauptthemen

Hopper stößt an Kapazitätsgrenze

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Gemeindevertretervorsteher Oliver Möser (Dritter von rechts) war Gastgeber der Bürgerversammlung für interessierte Hainburger. 

Etwa 60 Hainburger verfolgten im Klein-Krotzenburger Feuerwehrhaus, was die Ortsteile bewegt. Oliver Möser, Vorsitzender der Gemeindevertretung, hatte zur Bürgerversammlung geladen. 

Hainburg – Marcel Biederbick von der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach stellte den Stand in Sachen Hopper vor. Beim Pilotprojekt, deutschlandweit im Fokus, handelt es sich um eine Art Anruf-Sammeltaxi mit möglichen Haltepunkten in Hainburg, Mainhausen, Seligenstadt sowie Klein-Auheim für Fahrten vom und zum Hanauer Hauptbahnhof. Ein Kleinbus mit Eichhörnchen-Logo kann per App auf dem Mobiltelefon angefordert werden. Seit Kurzem ist auch telefonische Buchung möglich. Anfangs sei der Anschluss oft besetzt gewesen, inzwischen funktioniere das System. Mehr als 500 Nutzer haben sich registriert, informierte Biederbick. Täglich nutzten 120 Menschen aller Altersgruppen das Angebot, Freitag und Samstag seien die stärksten Tage mit mehr als 200 Fahrgästen.

Mit fünf Fahrzeugen sei der Hopper an seine Kapazitätsgrenze gestoßen. Fuhrpark und Personaldecke sollen erweitert werden, um bessere Verfügbarkeit zu erreichen. Die Finanzierung sei auch eine Aufgabe der Politik im Ort, betonte der Sprecher. Das Angebot erhalte eine gute Kritik, „die Fahrer sind immer freundlich, helfen, wo sie können“. Darum zahle die Verkehrsgesellschaft nicht nur den Mindestlohn.

Nutzer müssen maximal 150 Meter zum nächsten Haltepunkt gehen. Diese seien jedoch kurzfristig nicht änderbar. Barzahlung sei aus Zeit- und Sicherheitsgründen nicht vorgesehen, Kredit- und EC-Karten werden im Fahrzeug akzeptiert, Zahlen über Paypal im Internet komme.

Bürgermeister Alexander Böhn (CDU) sieht das Projekt sehr positiv. „Es ist nicht so starr wie Linienbusverkehr“, meinte er und wünschte sich eine Anbindung von Obertshausen, Heusenstamm sowie Mühlheim. „Kostendeckend fahren ist aber nicht möglich“, erklärte Biederbeck zum „verlässlichen und dauerhaften Angebot“.

„Zusammen. Halt in Hainburg“ ist der Titel des Integrationsleitfadens, an dem eine Steuerungsgruppe um Beatrix Lotz und Sportcoach Thomas Petzold arbeitet. Sie wurde auf Empfehlung des Ausländerbeirats und nach mehreren Befragungen eingerichtet, um das Thema Integration anzugehen. Erfahrene Vertreter aus Vereinen, Schulen und Initiativen entwickeln den Leitfaden mit Unterstützung von Sport-, Jugend- und Kulturausschuss, Kreis Offenbach und Innenministerium in Wiesbaden.

Das Werk formuliert Handlungsempfehlungen für das Zusammenleben, hieß es. 70 Kindertagesstätten, Schulen, Vereine, Sozialverbände und Kirchengemeinden informierten darüber, dass sie bereits Konzepte für Flüchtlinge und andere Neubürger praktizieren. „Die Ehrenamtlichen haben sehr viel Zeit und Herzblut investiert“, betonten die Sprecher. Angebote sollen künftig besser vernetzt werden, weil viel parallel laufe.

Wichtig seien Offenheit für Vielfalt und ein Zusammenleben in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung. Die Aktiven suchen weitere Mitstreiter, plädieren für eine Aufwandsentschädigung und stärkere Qualifizierung.

VON MICHAEL PROCHNOW

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