Staatsanwalt ermittelt

Hammer auf den Kopf geschlagen - Nicht die erste Gewalttat in Seligenstadt

Beamte der Spurensicherung lassen am Tatort einen Glascontainer aufladen.
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Beamte der Spurensicherung lassen am Tatort einen Glascontainer aufladen. Foto: Wronski

Die Szene könnte einem dieser US-Reißer aus der New Yorker Bronx entstammen, die für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet sind. Aber sie spielt sich in Seligenstadt ab. Blutüberströmt bricht ein Mann am Samstagmorgen gegen 5 Uhr auf dem Steinweg zusammen. 

Seligenstadt - Schwer am Kopf getroffen von einem Hammer, mit dem ein bislang Unbekannter ihn angegriffen hat. Seine beiden Begleiter erleiden leichte Verletzungen.

Von den Schreien werden Anwohner wach, alarmieren die Polizei, die kurze Zeit später zur Stelle ist. Auch ein Krankenwagen erreicht den Tatort. Der Schwerverletzte wird versorgt, Zeugen sehen, wie eine Waffe aus dem Krankenwagen gereicht wird. „Versuchter Totschlag“, kommentiert ein Polizist.

Das Opfer war um die Morgenstunde unterwegs mit zwei weiteren Seligenstädtern, alle Mitte bis Ende 20. Wie es zur Gewalttat kam, ist unklar, auch die Umstände und die Zahl der Begleiter des Täters. Von vier Leuten ist später auf Facebook die Rede, die öfter in Seligenstadt an der Feuerwehr chillen, und von einem schwarzen Opel Corsa. Dies und die Bitte um weitere Hinweise werden später jedoch wieder von der Seite genommen.

Später ist auch von Schüssen auf oder nahe dem Kapellenplatz die Rede. Den Tatort und den Feuerwehrparkplatz sichert die Polizei mit Absperrband. Spurensuche und -sicherung nehmen bis um die Mittagszeit in Anspruch, von einer Blutlache auf dem Feuerwehrparkplatz ist die Rede, auch am Steinweg sind Blutspuren. Am Ende lassen die Beamten sogar einen Glascontainer aufladen und abtransportieren.

Das Polizeipräsidium in Offenbach bestätigt den Vorfall, äußert sich aber nicht näher dazu – ermittlungstaktische Gründe. Die Untersuchungen hat die dortige Staatsanwaltschaft an sich gezogen.

Es nicht die erste derartige Gewalttat in Seligenstadt. Ein Blick ins Zeitungsarchiv:

Juli 2014: Bei einer Messerstecherei im Stadtteil Froschhausen wird ein Neu-Isenburger (23) getötet. Dringend verdächtig ist der Bruder (17) seiner Freundin. Das Opfer soll serbischer, der Täter kroatischer Herkunft sein.

April 2015: Eine tiefe Schnittwunde an der Wange, die im Krankenhaus behandelt werden muss, trägt ein 38-Jähriger davon. Der Bulgare hat mit Mitbewohnern eines Mehrfamilienhauses an der Kapellenstraße tüchtig gezecht. Im Streit verletzt ein 80-Jähriger ihn mit einer abgebrochenen Flasche.

April 2016: Zwei Männer, 26 und 35, sollen einen Inder, 24, mit einem Messer verletzt haben. Eine Polizeistreife entdeckt das Opfer am Kapellenplatz. Blutspuren führen zur Kleinen Fischergasse und zur Kaiser-Karl-Straße.

Februar 2019: Ein 25-Jähriger erleidet bei einer Schlägerei an der Jahnstraße unter anderem Kopfverletzungen und muss ins Krankenhaus Die Polizei nimmt einen 24-Jährigen fest.

September 2019: Zwei Seligenstädter, 17 und 20, greifen am Mainuferweg drei Jugendliche an. Sie müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

November 2019: Ein Pizzabote (33) wird verprügelt und ausgeraubt. Fünf Jugendliche entreißen ihm seinen Geldbeutel mit 400 Euro.

Von Michael Hofmann

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