„Nachweisbarer Bezug“

Heiraten in Seligenstadt: Stadt weicht Wohnsitz-Vorgabe auf

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Jawort in historischem Ambiente: Der Abtssaal in der Prälatur des früheren Klosters dient von Mai bis Oktober als Trausaal.

Seligenstadt – Gute Nachricht für alle Heiratswilligen aus der Region, die ihr Jawort gerne im historischen Ambiente der Stadt Seligenstadt geben möchten.

Die Einhardstadt, die sich über viele Jahre hinweg den Ruf eines schmucken Hochzeitsparadieses erworben hatte, entschied sich bekanntlich im März des Vorjahres wegen eines personellen Engpasses dazu, Termine nur an Brautpaare mit Wohnsitz in Seligenstadt zu vergeben. „Für das Jahr 2019 ist eine Entspannung der Situation in Sicht. Daher werden wir ab sofort die Regelung dahingehend ausweiten, dass wir wieder auswärtige Brautpaare annehmen, die einen nachweisbaren Bezug zu Seligenstadt haben. Das kann zum Beispiel sein, dass einer der Heiratswilligen hier geboren wurde oder hier lange gelebt hat und zur Schule gegangen ist“, so Erster Stadtrat Michael Gerheim.

Trotz Einschränkung hatte das Seligenstädter Standesamt reichlich Aufgaben zu bewältigen. So gaben sich in Seligenstadt insgesamt 152 Paare das Jawort und wählten die Einhardstadt zu ihrem Eheschließungsort. „Das ist eine beachtliche Zahl für eine 22 000-Einwohner-Stadt“, resümiert Stadtrat Michael Gerheim. Als Trauorte stehen zwei historische Räume mit jeweils 35 bis 40 Sitzplätzen zur Verfügung: das Romanische Haus (ganzjährig) und die Prälatur im Kloster (von Mai bis Oktober). Reservierungen können frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin nach Prüfung der Ehevoraussetzungen und Anmeldung entgegengenommen werden. Auskunft erhalten Verlobte direkt beim Standesamt oder auf der Homepage.

Etwas Statistik aus dem Standes-, Friedhofs- und Bürgeramt: Neben den 152 Eheschließungen wurden im Vorjahr vier gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften in Eheschließungen umgewandelt; zwei Eheschließungen im Ausland wurden im deutschen Personenstandsregister nachbeurkundet. 57 Prozent der Ehepaare haben das erste Mal „ja“ gesagt, ausländisches Recht war bei 20 Prozent der Eheschließenden zu beachten. Über 80 Prozent haben sich für einen gemeinsamen Ehenamen entschieden, zumeist den Familiennamen des Mannes. Einen Doppelnamen, wählten lediglich sieben Prozent.

Fotoaktion: Hochzeitsbilder unserer Leser

Die sogenannten Nachbeurkundungen von Altfällen kommen im Seligenstädter Rathaus weiterhin zügig voran. 117 Eheschließungen und 764 Geburten konnten ins elektronische Personenstandsregister überführt werden. Das erleichtert die Fortführung der Einträge sowie das Ausstellen von Urkunden bedeutend. Die Sterbefälle im Standesamtsbezirk sind leicht rückläufig, im Seligenstädter Rathaus wurden 420 Beurkundungen vorgenommen (Vorjahr 485). Ihren Wohnort im Standesamtsbezirk hatten nur 33 Prozent der Verstorbenen. Das Friedhofsamt hat 191 Beisetzungen zu vermelden. Davon entfallen auf Seligenstadt 142 Beerdigungen, auf den Stadtteil Klein-Welzheim 15 und auf Froschhausen 34. Urnengräber wurden 100 gewählt, Erdgräber 91. Ein Großteil der Verstorbenen war zwischen 81 und 90 Jahren alt.

Eingebürgert wurden 13 Personen und erhielten somit einen deutschen Pass. Anträge sind von 28 Personen gestellt worden. EU-Bürger dürfen in der Regel ihre bisherige Staatsangehörigkeit beibehalten. Anträge auf Einbürgerung werden beim Standesamt Seligenstadt gestellt, die Prüfung und Bearbeitung sowie die Entscheidung obliegt dem Regierungspräsidium in Darmstadt. (mho)

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