In Seligenstadt ist alles offen, in Nachbarkommunen siegen Favoriten

„Hochrechnungen trügerisch“

Arbeitsintensive Tätigkeit: Auszählung der Briefwahlstimmen in der Seligenstädter Heimatbundhalle
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Arbeitsintensive Tätigkeit: Auszählung der Briefwahlstimmen in der Seligenstädter Heimatbundhalle

Seligenstadt – Geht es nach der Börsenweisheit „Der Trend ist dein Freund“, dann müssen sich die Bürger in den drei Ostkreis-Kommunen Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen in den nächsten fünf Jahren teils auf neue Kräfteverhältnisse in ihren politischen Gremien einstellen. Zumindest ist das gestern am späten Abend der Zwischenstand nach Auszählung eines Teils der Stimmen.

In Seligenstadt zeigt die Trendtabelle dieses spannende Bild: CDU 28,2 Prozent, SPD 13,6, FDP 20,6, Grüne 20,4, die Freien Wähler 12,3 und die Linke 4,8. Damit wäre die Koalition aus SPD/FDP/FWS mit 18 Sitzen nicht mehrheitsfähig, auch nicht die Verbindung CDU/Grüne (17). Die Alternative CDU/FDP läge mit 18 Mandaten ebenfalls knapp unter den erforderlichen 19 von 37 Sitzen.

In Hainburg verteidigt die CDU ihre Vorherrschaft mit 50,0 Prozent, die Grünen haben sich auf 21,6 Prozent gesteigert, die BfH liegen leicht verbessert bei 15,6. Einen Absturz erlebt die SPD wie in Seligenstadt auch in Hainburg, fällt auf 12,8 Prozent. In Mainhausen siegt die SPD zwar, verliert aber ihre absolute Mehrheit.

Seligenstadts CDU-Spitzenkandidat Oliver Steidl zeigt sich angesichts des ernüchternden Zwischenstands von knapp über 26 Prozent doch beeindruckt: „Ich habe mit etwas mehr gerechnet, ganz zufrieden bin ich nicht.“ Gleichwohl gehe er davon aus, dass sich durch die Kumulier- und Panaschier-Stimmen noch etwas bewegt. Zwar sei das Gesamtbild nicht aussagekräftig genug, doch grundsätzlich sei das erklärte Ziel, stärkste Partei zu werden, ja erreichbar.

SPD-Kollege Michael Gerheim hofft ebenfalls auf die zweite Welle, also Zugewinne bei den Kumulier- und Panaschier-Stimmzetteln. Auch geht er davon aus, dass viele SPD-Wähler die Briefwahl bevorzugten. Mit Blick auf das 2016er-Ergebnis von 21,6 Prozent sagt Gerheim, ein solches Resultat wäre auch aktuell sein Wunsch.

Von einem Krimi spricht Natascha Maldener-Kowolik, zusammen mit Frederik Kubin Spitzenkandidatin der Grünen. Wie viele andere Politiker verfolgt die Grünen-Spitze die Entwicklung am Wahlabend am Bildschirm. Angesichts der sich anbahnenden Verdopplung der Stimmen sei die Laune bei ihrer Partei ausgesprochen gut, fügt Maldener-Kowolik hörbar erfreut hinzu.

Noch schwer am Auszählen war gestern gegen 22 Uhr FWS-Spitzenkandidat Hagen Oftring. Wie sich schon abgezeichnet hatte, war vor allem Froschhausen ein extrem großer Briefwahlbezirk. Angesichts der großen Zahl dieser im Trend nicht erfassten Stimmen seien „alle Hochrechnungen trügerisch“, betont Oftring.

Bürgermeister Daniell Bastian, der die Liberalen-Liste anführt, zeigt sich erfreut über das gute Abschneiden der FDP, gibt sich aber betont vorsichtig. Dieser Trend sei ausgesprochen vorläufig. Er gehe davon aus, dass ab dem heutigen Montag noch mehr als 50 Prozent der Stimmen auszuzählen sind.

Auch SPD-Spitzenkandidat Michael Gerheim hat sich mit den weiterhin noch auszuwertenden Stimmzettel befasst. Er rechnet mit bis zu zwei Dritteln.

» Lesen Sie dazu auch die Artikel „Im Osten kaum Neues“ und „Rückkehr der Grünen“.

Von Michael Hofmann

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