Leben und Sterben in Zeiten der Pandemie: 173 Trauungen, 209 Beisetzungen

Hochzeitsgesellschaften in Seligenstadt reagieren besonnen auf Corona-Einschränkungen

Blick auf den alten Friedhof in Seligenstadt
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Blick auf den alten Friedhof: 75 Prozent aller Bestattungen in Seligenstadt sind inzwischen Urnenbestattungen.

Trotz Pandemie blieben die Arbeiten im Standes- und Friedhofsamt nahezu unverändert. Einzig der Umgang mit Brautpaaren und allgemein mit Publikum trug und trägt den einschlägigen Sicherheitsvorkehrungen Rechnung. Recht unaufgeregt blicken Seligenstadts Standesamt und Friedhofsamt auf das abgelaufene Jahr zurück.

Seligenstadt – „Wir können von sehr disziplinierten Hochzeitsgesellschaften berichten. Bei uns gab es keine nennenswerten Verstöße gegen Abstands- und Hygieneregeln und auch keinen ausschweifenden Sektempfang im Anschluss“, so Erster Stadtrat Michael Gerheim. Immerhin 173 Paare haben sich in Seligenstadt trauen lassen. In früheren Jahren waren es zwischen 180 und 190 Paare.

Die wichtigste Maßnahme im Standesamt waren Schutzscheiben. So wurde ein Fenster des ebenerdig liegenden Amts zu einem Schalter umfunktioniert. Hinter einer neuen Plexiglasscheibe konnten somit Kunden - wie Bestatter oder Urkundenabholer - weiter bedient werden, ohne vorherigen Gang durchs Rathaus. Kompliziertere Anliegen wurden nach Terminvereinbarung in den Büros hinter Glasscheiben abgewickelt. Auch im Trausaal waren ab einem bestimmten Zeitpunkt Standesbeamte und Brautpaar durch eine Scheibe getrennt. In Zeiten des ersten Lockdowns durften keine Gäste die Zeremonie mitverfolgen, auch danach nur in begrenzter Zahl. Daher verschoben 13 Paare ihre Trauung auf das nächste Jahr, weitere fünf sagten ihre Hochzeit auf unbestimmte Zeit ab.

Zu den Aufgaben im Standesamt und Friedhofsamt gehört das Führen von Ehevorbereitungs- und Traugesprächen (teilweise unter Einbezug von ausländischem Recht mit komplizierten Prüfungsverfahren), Umwandlungen von gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft in eine Ehe, Ausstellen von Ehefähigkeitszeugnissen für eine Heirat im Ausland, Nachbeurkundungen von Geburten und von im Ausland geschlossenen Ehen, Umsetzung von Vaterschaftsanerkennungen, Beurkundung von Sterbefällen, Organisation von Beisetzungen, Grababräumungen sowie Einbürgerungen, elektronische Nacherfassung von Alteinträgen (im Jahr 2020 insgesamt 3679) und das Ausstellen von beglaubigten Urkunden, teilweise in internationaler Form. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3 651 Urkunden ausgestellt.

Von den 173 in Seligenstadt getrauten Paaren waren 59 Prozent vorher noch nicht verheiratet. Ihren Wohnsitz außerhalb Seligenstadts hatten 45 Prozent der Paare und kamen eigens für ihre standesamtliche Trauung in die Einhardstadt. Insgesamt 84 Prozent der Paare entschieden sich für einen gemeinsamen Ehenamen, davon bestimmten 93 Prozent den Namen des Mannes zum Ehenamen. Das Standesamt verzeichnet insgesamt 405 Sterbefälle (397 im Jahr 2019). Das Seligenstädter Friedhofamt bearbeitete im vergangenen Jahr insgesamt 209 Beisetzungen. In der Kernstadt waren dies 159, davon fanden auf dem alten Friedhof 51 und auf dem neuen Friedhof 108 Beerdigungen statt. In Froschhausen wurden 28 und in Klein-Welzheim 22 Personen zu Grabe getragen. 75 Prozent aller Bestattungen sind Urnenbestattungen. 97 Grababräumungen (davon 77 Flächengräber, 20 für Urnen) auf allen Friedhöfen stehen im Protokoll, 94 Grabstätten auf allen Friedhöfen wurden neu vergeben (16 Flächengräber, 78 Gräber für Urnen).  mho

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