Stadtverordnete beschließen Unterstützung für Flüchtlingsprojekt

Ein Ort für Integration

Seligenstadt - Die Stadtverordneten wollen das Engagement des Arbeitskreises (AK) „Willkommen in Seligenstadt“ unterstützen. Von Sabine Müller

In der jüngsten Parlamentssitzung stellten sie sich geschlossen hinter einen Prüfantrag der FDP-Fraktion, der vorsieht, Unterrichtsräume oder einen festen Mietzuschuss für das Flüchtlingsprojekt FLIDUM zur Verfügung zu stellen – vorausgesetzt, die Kosten sind tragbar. Die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer leisten viel, was der Staat nicht leisten kann. Das ist allen Abgeordneten bewusst, dafür wurde den AK-Mitgliedern in der Stadtverordnetenversammlung auch mehrfach gedankt. Die FDP-Fraktion gibt sich damit nicht zufrieden. Sie legte den Antrag vor, der Magistrat solle prüfen, ob das Projekt FLIDUM (Flüchtlinge lernen integrativ Deutsch und mehr) gefördert werden könnte. In den vorbereitenden Ausschusssitzungen hatten die Mitglieder mehr Informationen über das Projekt erbeten, der AK „Willkommen“ hatte daraufhin eine Beschreibung abgegeben. Er rechnet damit, dass bis Mitte 2016 mindestens 500 Asylsuchende in der Stadt leben, etwa 50 nach der Anerkennung bleiben werden und eine Perspektive brauchen, um hier Fuß zu fassen.

„Ziel von FLIDUM ist es, einen zentralen Ort für den Spracherwerb, die Ausbildung und Arbeitsplatzfindung sowie einen festen Orientierungspunkt für den Austausch mit Behörden, Bürgern und Vereinen zu schaffen“, begründen die Liberalen ihren Antrag. Der Arbeitskreis selbst bringe zirka 10.000 Euro Spendengelder für die Ausstattung der Räume ein. Sprache sei das Kernelement der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und eine Grundvoraussetzung für die Integration. „Es braucht deutlich mehr Deutschförderung“, erläuterte Fraktionschef René Rock in der Sitzung, aufgrund ihrer Herkunft „haben rund 60 Prozent der Flüchtlinge haben keinen Zugang zu schneller Sprachförderung.“

Bilder: OFC-Chancencamp für Flüchtlinge

Der Unterricht der ehrenamtlichen Lehrer und Sprachhelfer schließt sie mit ein. In diesem Trimester schulen 53 Ehrenamtliche in elf Kursen – unterteilt in drei Niveaus - 104 erwachsene Schüler; zusätzlich findet die Hausaufgabenhilfe an der Emmaschule statt. Die Initiative müsse ihre Kurse jedoch in den Aufenthaltsräumen der jeweiligen Einrichtungen anbieten, die für andere Zwecke ausgestattet seien. Eine von der Stadt angemietete Liegenschaft in der Kernstadt oder ein fester Mietzuschuss würde die ehrenamtliche Arbeit erleichtern. Sinnvoll wäre „eine zentrale Einrichtung mit mehreren Klassenzimmern sowie einem virtuellen Klassenraum, um effektiven Unterricht zu ermöglichen“. Im Antrag wird auch gefordert, dass „die dabei entstehenden Kosten der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen sind“. „Wir haben im Haushalt dafür keine Mittel vorgesehen“, wandte Gunter Gödecke (B90/Grüne) ein. „Wenn aber der Magistrat eine ordentliche Vorlage macht, können wir es auf den Weg bringen.“ Da auch CDU-, SPD- und FWS-Fraktion Zustimmung signalisierten, war der Antrag einstimmig angenommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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