Interesse an Photovoltaik

Stadt bezuschusst Sanierung des Kita-Dachs St. Cyriakus mit 320.000 Euro

+
Kita St. Cyriakus in Klein-Welzheim: Das schadhafte Dach soll saniert werden, die Frage, ob danach eine Photovoltaikanlage installiert werden soll, ist noch offen.  

Seligenstadt - Das Dach des Kita-Gebäudes St. Cyriakus in Klein-Welzheim bereitet der katholischen Kirchengemeinde St. Marcellinus und Petrus seit Jahren Sorgen. Immer wieder treten Schäden auf, jetzt ist eine recht kostenintensive Sanierung fällig. Von Michael Hofmann 

Die ist ebenso unstrittig wie ein städtischer Zuschuss von 320.000 Euro. An einer anderen Frage scheiden sich jedoch die Geister.  Aufgrund seines geringen Neigungswinkels ist das Dach der Klein-Welzheimer Kita St. Cyriakus „seit längerer Zeit problematisch und immer wieder schadhaft.“ Als Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) diese Thematik im Fachausschuss vortrug und daran erinnerte, dass die Kirchengemeinde als Eigentümerin eine Finanzierungszusage der Stadt benötige, um die Arbeiten in Auftrag geben zu können, hatte die Grünen-Fraktion ihr Leib- und Magenthema bereits in einem Änderungsantrag dargestellt: Im Gespräch mit der Kirchengemeinde solle geklärt werden, ob etwas gegen eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchedach spricht. Die Resonanz darauf war aber wenig erfolgversprechend.

In der Parlamentssitzung wenige Tage später gingen die Grünen erneut in die Offensive: „Ein Running Gag: Anträge auf Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern wurden schon mehrfach eingebracht und, obwohl nicht nur umweltpolitisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll, stets aus ideologischen Gründen abgelehnt“, klagte Adina Biemüller, die auf die Gemeinde St. Marien verwies. Dort stehe seit 2008 „eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchdach, erzeugt im Jahr durchschnittlich knapp 23.000 kWh Solarstrom, vermeidet jede Menge CO2-Ausstoß und erwirtschaftet noch dazu Bares.“ Bei der Klein-Welzheimer Kita handele es sich zwar nicht um ein kommunales Dach, doch „bei einer Kostenbeteiligung von 85 Prozent sollte die Stadt ein gewisses Mitspracherecht haben, um mit einer Photovoltaikanlage die Betriebskosten nachhaltig verringern zu können.“ Der Grünen-Antrag, so Biemüller weiter, lasse durchaus Verhandlungsspielraum, „betont aber, dass wir Wert darauflegen, dass eine derartige Anlage installiert wird.“

Diese Initiative wollte nur die CDU mittragen, die aber Wert darauf legte, dass mit einer Photovoltaikanlage kein Verzug bei der Dachsanierung eintreten dürfe. Die Mehrheit aus SPD, FDP und FWS lehnte sie ab. Bürgermeister Bastian berichtete von Gesprächen mit der Kirchengemeinde. So sei es überhaupt nicht klar, ob über die Photovoltaikanlage gewonnener Strom genutzt werden könne, da es Probleme mit Wassereintrag gebe. Eine vorschnelle Festlegung halte er nicht für glücklich, sagte der Rathauschef in Richtung Grüne. Zum Tragen kam letztlich ein weitaus vorsichtiger formulierter Änderungsantrag der Koalition, demzufolge die Stadt klären soll, „ob seitens der Kirchengemeinde Interesse besteht, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kita zu installieren.“ Diese Version fand die Zustimmung der CDU-Fraktion, die Grünen enthielten sich.

Freie Schule Seligenstadt-Mainhausen feiert 20-Jähriges: Bilder

Dem so geänderten Ursprungsantrag des Magistrats stimmten danach alle Fraktionen zu. Demnach leistet die Stadt für die Dachsanierung der Kita St. Cyriakus einen anteiligen Kostenzuschuss von 85 Prozent. Dafür wird im letzten Quartal 2018 eine Vorauszahlung auf den Zuschuss von 320.000 Euro an die Pfarrgemeinde geleistet.“ Hintergrund: Bereits für 2017 stand das Projekt an, scheiterte aber aus Termingründen. Damals wurde eine Rückstellung von 210.000 Euro vorgenommen.

Zur Umsetzung des Sanierungsvorhabens gab es mehrere Abstimmungsgespräche der Stadt mit der Pfarrei. Die voraussichtlichen Kosten für Sanierung und eine Renovierung des Innenbereichs liegen bei 380.000 bis 400.000 Euro. Dazu leistet die Stadt einen Zuschuss von 85 Prozent. Dies sei „gängige Praxis“, so der Magistrat. Den gleichen Anteil trage die Stadt Seligenstadt auch bei den nicht gedeckten Betriebskosten der Betreuung in der Altersgruppe der 3- bis sechsjährigen Kinder in den kirchlichen Einrichtungen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare