Und jetzt noch Flugzeugdonner über Hainburg und Seligenstadt

Ostkreis ‐ Zur Demokratie gehört eine ordentliche Streitkultur. Mithin dürfte die „Demokratisierung des Fluglärms“ (Offenbachs Ex-OB Grandke), mit der die denkbare Flugrouten-Änderung jetzt Nahrung erhielt, einiges an Kontroversen erwarten lassen für die kommenden Monaten. Von Michael Hofmann

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Warnung vor Umweltkollaps

Dieser Tage blicken die seit Jahren mit dem Rhein-Main-Flughafen im Clinch liegenden, lärmgeplagten Anrainer Offenbach, Neu-Isenburg oder Raunheim mit Genugtuung nach Heusenstamm, Hainburg oder Seligenstadt, die sich nun - aufgescheucht und aufgeregt - für den Kampf gegen den Lärmproduzenten wappnen. Auslöser sind bekanntlich Beratungsergebnisse der Fluglärmkommission, die sich mit Routen nach Eröffnung der Nordwest-Landebahn befasst hat. Demnach sollen bei entsprechender Windrichtung die Flugzeuge statt Offenbach, Mühlheim und Hanau einen Kurs über Heusenstamm, Obertshausen, Hainburg und Seligenstadt nehmen. Während Seligenstadts Stadtverordnetenfraktionen sich wochenlang bedeckt hielten, lediglich die FDP brach dieser Tage das Schweigen, übte Bürgermeistern Dagmar B. Nonn-Adams schon Anfang Juli aus dem Urlaub in Italien heraus heftige Kritik am ihrer Ansicht nach wenig kollegialen Gebaren der Fluglärmkommission um ihren Chef, Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD).

Inzwischen verfasste die Hainburger SPD eine Resolution, in der sie die Gemeindevertretung auffordert, die Änderung der Flugrouten zum Frankfurter Flughafen strikt abzulehnen. „Wir wollen keinen weiteren Umweltkollaps in Hainburg. Wir brauchen eine klare Haltung des Hainburger Parlaments und einen Bürgermeister, der sehr frühzeitig die Interessen der Gemeinde nachhaltig vertritt“, fordert Fraktionsvorsitzender Heinz Seipel. Massive Kritik üben die Sozialdemokraten an Bürgermeister Bessel. Er verschleiere, wenn er die Behauptung aufstelle, die Politik sei für die Änderung der Flugrouten nicht verantwortlich. .

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