„Jetzt sind wir die Eigentümer“

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Die Freie Schule Seligenstadt zieht zum kommenden Schuljahr in das frühere Käthe-Paulus-Schulgebäude in Zellhausen um.

Seligenstadt (th) ‐ Die Freie Schule Seligenstadt nutzt ab dem kommenden Schuljahr die Räume der alten Käthe-Paulus-Schule in Zellhausen und gibt den Standort Wessemer Straße in Seligenstadt auf.

Für die Schule, die staatlich anerkannt in Vereinsträgerschaft derzeit 56 Schüler unterrichtet, ein großer Schritt: „Im Gebäude an der Wessemer Straße waren wir Mieter, jetzt sind wir Eigentümer der Räumlichkeiten“, so Ute Haas und Matthias Kopolt vom Vorstand des Trägervereins, dessen Schulangebot seit dem Jahr 1999 an der Wessemer Straße besteht. Rund 600 Quadratmeter Fläche stehen dort für Schüler und Pädagogen zur Verfügung, in Zellhausen werden es fast 1300 Quadratmeter sein.

Das Gebäude der alten Käthe-Paulus-Schule in Mainhausens Ortsteil Zellhausen steht seit drei Jahren leer, nachdem die Schüler den Neubau bezogen hatten. Für 220.000 Euro erwarb die Freie Schule jetzt den Bau vom Kreis Offenbach, derzeit laufen umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. „Der Brandschutz muss erneuert werden, für unser pädagogisches Konzept benötigen wir spezielle Räume und Möglichkeiten“, formulieren es Haas und Kopolt. Für den Verein wird es also nicht bei der Kaufsumme für das Gebäude bleiben, es müssen weitere Kosten gestemmt werden. „Wir sind dabei natürlich auf Unterstützer und Förderer angewiesen.“ Das finanzielle Konzept stehe aber und sei solide.

Erfolgreich am Deutschen Schulpreis teilgenommen

Mit dem Umzug schlägt die Freie Schule Seligenstadt auch ein neues pädagogisches Kapitel auf. Derzeit gibt es eine „Einstiegsklasse“ für Fünfjährige sowie die Folgeklassen eins bis sechs. Neu hinzukommen sollen jetzt die Klassen sieben bis zehn. „Dies wäre räumlich im jetzigen Gebäude an der Wessemer Straße nicht möglich“, heißt es bei der Freien Schule. In den neuen Räumen in Zellhausen dagegen sehr wohl. Von 56 auf rund 100 stiege die Zahl der Schüler dann. „Konzeption und Planung der Schul-Erweiterung liefen getrennt von der Suche nach neuen Räumen“, berichten Haas und Kopolt. Dass mit der Möglichkeit der Nutzung der alten Käthe-Paulus-Schule jetzt relativ rasch die räumlichen Voraussetzungen gefunden wurden, freut die Verantwortlichen. Obwohl sich auch ein wenig Trauer in die Vorfreude mischt. Schließlich habe man gemeinsam viel an der Ausgestaltung der Schulräume in Klein-Welzheim gearbeitet. „Da steckt schon viel Herzblut drin.“

Unterdessen nahm die Freie Schule wieder erfolgreich am Deutschen Schulpreis teil, den die Robert-Bosch-Stiftung in Zusammenarbeit mit ARD, Stern und der Heidehof-Stiftung auslobt, um Schulen auszuzeichnen, die herausragende pädagogische Leistungen vollbringen. Dieses Jahr hatten sich 119 Schulen unter dem Motto „Dem Lernen Flügel verleihen“ beworben - die Freie Schule Seligenstadt wurde in den Kreis der besten 50 aufgenommen. Damit verbunden war die Einladung zum Exzellenzforum in Bad Boll, bei dem hochrangige Hochschulpädagogen Vorträge zum Themenkomplex „Der Qualitätsbereich Verantwortung“ anboten. Die Pädagogin Angela Groh und Vorstandsmitglied Claudia Fink besuchten als Vertreterinnen der Ferien Schule das dreitägige Seminar und sammelten im Arbeitskreis „Verantwortung in der Demokratie“ neue Impulse für die Weiterentwicklung des Konzeptes.

Lob gab's aus berufendem Munde: Die ehemalige pädagogische Leitung der Helene-Lang-Schule in Wiesbaden (Gewinnerin des Schulpreises 2007), Ingrid Kaiser, zeigte sich fasziniert von der Seligenstädter Bewerbung. Dass die Freie Schule nicht unter die besten 20 gewählt worden sei, liege daran, dass sie mit 56 Schülern recht klein sei und ihre Voraussetzungen damit schlecht auf andere Schulen übertragbar seien.

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