„Sonst mache ich Mainhausen zu“

K 185-Sanierung sorgt für Chaos an der Hillerkreuzung

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Ein langer Stau quer durch Mainflingen bis zur Hillerkreuzung an der L 2310: Das sind die Folge der gesperrten K185 in Klein-Welzheim.

Seligenstadt – Das Sanierungsvorhaben Kreisstraße K 185 zwischen Seligenstadt und dem Stadtteil Klein-Welzheim sorgte lange vor seinem Beginn für jede Menge Aufregung (wir berichten seit Wochen) und kommt auch danach nicht aus den Schlagzeilen.

Viele Autofahrer beschweren sich über die Staus, vor allem im morgendlichen Verkehr: Auf der B 469 reichte gestern Morgen die Blechschlange, zusätzlich ausgedehnt durch einen A3-Unfall, bis zurück auf die Autobahnbrücke. An der sogenannten „Hillerkreuzung“ stauten sich die Fahrzeuge die L 2310 zurück durch ganz Mainflingen bis hin zum Ortsausgang Richtung Klein-Welzheim. Auch ein Unfall ereignete sich gestern, als ein Autofahrer, der auf der L  2310 von Mainflingen Richtung Hillerkeuzung unterwegs war und an den sich zurückstauenden Fahrzeugen links vorbeifahren wollte, den Gegenverkehr streifte.

Mit Blick auf Unzulänglichkeiten und diverse Anlaufprobleme der Baumaßnahmen, deren erster (und wohl problematischster) Abschnitt bis zum 30. Mai dauern soll, sagte Seligenstadts Erster Stadtrat Michael Gerheim (SPD) gestern, es seien dennoch „einige Dinge am Werden“. Konkret meinte er eine zusätzliche Ausfahrt am Mainring, damit der Verkehr direkt in den Kreisel abfließen kann. Diese Variante, so Gerheim weiter, habe die Stadt schon im Vorfeld der Baumaßnahme angestoßen, nun werde sie unter der Regie von Hessen Mobil von der Baufirma umgesetzt. Darüber hinaus waren und sind Vertreter der Kommunen, Polizei und Verkehrsbehörden seit Beginn der Maßnahme am Mittwoch unterwegs, um die neuralgischen Punkte zu beobachten.

Im Mittelpunkt stehen dabei die L  2310 und die Ampelanlage an der Hillerkreuzung. Auf der Landesstraße sollen aus Richtung Mainflingen vor der Kreuzung Linksabbieger- und Geradeaus-Spur zusammengelegt werden. Damit erhöht sich die Zahl der Fahrzeuge, die pro Ampelphase die Kreuzung passieren kann. Auch die Ampelanlage selbst soll modifiziert werden. Dies betrifft die Phasen aus Richtung Zellhausen und Seligenstadt, die B469-Taktung soll bestehen bleiben, um nicht dort auch noch Rückstaus auszulösen.

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Noch nicht geklärt ist nach Angaben von Seligenstadts Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) wie genau die 150.000 Euro eingesetzt werden, die die Stadtverordnetenversammlung jüngst zusätzlich für das Bauvorhaben freigegeben hat. Der Seligenstädter Rathauchef spricht in diesem Zusammenhang von „Beschleunigungsgeld“, solche Maßnahmen seien im Baubereich nicht unüblich. Die Vorgabe lautete, dass die Summe für Wochenend- und Überstundeneinsätze verwendet werden soll, um die Bauzeit zu verkürzen. „Aber das ist noch nicht spruchreif.“

Mainhausens Bürgermeisterin Ruth Disser, die beim Ortstermin an der Hillerkreuzung gestern ebenfalls dabei war, hofft, dass Hessen Mobil die Maßnahmen schnell umsetzt. „Sonst mache ich Mainhausen zu“. Die Rathauschefin kritisierte die Landesbehörde auch für die Art der Kommunikation. So seien Termine nie im Vorfeld abgestimmt, sondern nach dem Motto „Friss oder stirb“ vorgegeben worden. Manche Veranstaltung habe von der Verwaltung nicht wahrgenommen werden können, weil kein Personal frei war. Auch über den Baubeginn sei die Gemeinde nicht offiziell informiert worden. (mho/sig)

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