Brücke als Alternative?

Diskussion um Fähre lässt Seligenstädter kalt

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Sorgenkind Mainfähre: Die Stadt Seligenstadt will die Betriebszeiten einschränken, um Geld zu sparen. Karlsteins Bürgermeister Bruder spricht sich für eine Brücke aus.

Seligenstadt - Medienhype in Seligenstadt: Fastnachtstreiben im Schlumberland? Nicht nur. Auch die wieder aufgekommene Frage Brücke statt Fähre lockt Medienvertreter an.

Merkwürdig: Diese vermeintliche „Gretchenfrage“ ist in Seligenstadt selbst kaum ein Thema, vielmehr brachte Karlsteins Bürgermeister Winfried Bruder (CSU) sie in die Schlagzeilen - immerhin ist auf der anderen Mainseite am 2. Juli Bürgermeisterwahl. Im Städtchen, alles andere würde uns wundern, gibt’s dazu, auch im Rathaus, nur Achselzucken. Bis auf die Grünen keine Rede vom Wunsch nach einer Auto- oder Fußgänger-/Radfahrerbrücke. Dafür dürfte vielmehr nach wie vor eine Aussage vom Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Geltung haben, die dem inzwischen verstorbenen Bürgermeister Karl Schmidt zugeschrieben wird: „Im Bewußtsein der Bevölkerung käme die Einstellung der Mainfähre dem Abbau der Basilika gleich.“

Zwar wolle er, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian unlängst und als Reaktion auf die Karlsteiner Initiative, die Brücken-Idee mal prüfen lassen, doch klingt das sehr nach Warteschleife. Auch kann sich kaum einer vorstellen, dass eine solche Brücke weiter südlich, Richtung Klein-Welzheimer, über den Main führen würde. Das ist ja fast schon in Reichweite der Mainflinger Brücke.

Korrekt an Bruders Aussagen ist sicher, dass eine formelle Brücken-Vereinbarung zwischen Bayern und Hessen erforderlich wäre. Allein die von ihm als Gesprächspartner genannte Regierung von Unterfranken (Würzburg) muss passen. O-Ton Pressesprecher Johannes Hardenacke: „Die Planungen zu einer Mainbrücke in Karlstein waren in den letzten Jahren (...) kein Thema. Eventuelle Kontakte (...) liegen viele Jahre zurück. Die Betroffenen befinden sich bereits seit Jahren im Ruhestand.“

Fähre zur Revision in der Werft

Fähre zur Revision in der Werft

Und eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke? Sobald sich kommunale Überlegungen verdichtet haben, wäre das Staatliche Bauamt in Aschaffenburg Ansprechpartner. Amtsleiter Norbert Biller sagt, üblicherweise teilten sich bei derartigen Projekten die Länder die Kosten. Von bayerischer Seite sei eine entsprechende Förderung dann durchaus möglich. Alles immer unter der Voraussetzung, „dass eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse erreicht wird.“ Unterdessen kündigt Bastian an, dass in der Parlamentssitzung Ende März eine Vorlage mit verkürzten Fährzeiten zur Diskussion gestellt wird, die Anfang Mai umgesetzt werden könnte. (mho/sig)

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