Kinder gefährdet durch Methangas?

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Spielplatz

Seligenstadt (sig) - Die Freien Wähler Seligenstadt kritisieren das gemeinsame Vorhaben von CDU und SPD, das Gelände mit dem Spielplatz an der Egerländer Straße an das Unternehmen HZ-Bau zu verkaufen.

Einen entsprechenden Antrag haben die Fraktionen in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Ein neuer Spielplatz, so sieht es der Entwurf des Bebauungsplanes „Friedrich-Ebert-Straße und Robert-Bosch-Straße“ vor, soll dann auf einem Gelände an der Bahnlinie beziehungsweise im Bereich Robert-Bosch-Straße entstehen, erläutert Jürgen Kraft, Vorsitzender der Freien Wähler. Jedoch seien auf dem Areal bekanntermaßen schadstoffbelastete Abfälle deponiert wodurch, aus dem Deponiekörper entweiche immer noch Methangas, so Kraft weiter. „Aus diesem Grund sollte auch nach der Vorgabe des Regierungspräsidiums Darmstadt eine Bebauung dieser Geländefläche nicht stattfinden, um weiterhin die Methangasentwicklung zu überwachen“, betont Kraft.

Gerhard Müller, Sprecher des Regierungspräsidiums, drückt sich differenzierter aus. „Solange die Oberfläche nicht versiegelt ist, besteht keine Gefahr“, sagt er auf Anfrage. Es müsse gewährleistet sein, dass das Methangas entweichen kann, dann könne dort auch ein Spielplatz gebaut werden. „Eine Gefahr für die Kinder besteht nicht“.

Gutachten in Auftrag

Die Freien Wähler wollen es dennoch „genau wissen“ und wollen daher ein Gutachten in Auftrag geben. Auch dazu existiert mittlerweile eine Drucksache, der die Stadtverordneten beschäftigt. Dem Antrag ging ein Schriftwechsel mit dem Kreisgesundheitsamt voraus, berichtet Kraft. Die Freien Wähler erbaten eine Erklärung, die aus kinderärztlicher Sicht die Unbedenklichkeit des Geländes bei der Nutzung als Spielplatz bescheinigt. „Leider haben wir vom ärztlichen Dienst des Kreises keine Antwort erhalten“, bedauert der Fraktionsvorsitzende. Stattdessen habe die Amtsärztin den Freien Wählern empfohlen, ein Gutachten von einem dafür geeigneten Institut einzuholen. Wie Kraft weiter betonte, bestehe auf jeden Fall ein wesentlicher Unterschied darin, ob ein erwachsener Mensch über solches Gelände gehe oder ob Kleinkinder längere Zeit im Sandkasten spielen beziehungsweise direkt auf dem Boden herumkrabbeln und dabei dem Methangas ausgesetzt seien.

Besorgten Eltern sei es einfach nicht vermittelbar, warum ihre Kinder auf einem Deponiegelände spielen sollen, wenn dieses wegen der Methanausgasung nicht einmal bebaut werden dürfe. „Wir wollen erreichen, dass der Spielplatz in der Egerländer Straße erhalten bleibt, denn das mit einem 50 Jahre alten Baumbestand und dichtem Gehölz bewachsene Gelände wird sowohl von Kindern und Jugendlichen, als auch von erwachsenen Anwohnern sehr gut besucht“, betont Jürgen Kraft. Die Grünanlage stelle an diesem Ort außerdem ein besonderes Stück Lebensqualität dar, das wegen der Wohnbebauung nicht beseitigt werden sollte, so Kraft.

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