Franz Preuschoff in der HMS-Frage: „Bildungs- und Kulturhaus ist kein Bürgerhaus“

Klares Signal für Stadtentwicklung

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Die ehemalige Hans-Memling-Schule

Seligenstadt - „Die frühere Hans-Memling-Schule als Bildungs- und Kulturhaus wäre ein klares Signal für die Stadtentwicklung. Es könnte mit Fantasie, Fleiß und Beharrlichkeit weiterentwickelt werden. Seligenstadt bietet dafür viele Voraussetzungen. Man muss es wollen.“ 

Franz Preuschoff, der Vorsitzende des Kulturrings, bezieht in einer persönlichen Erklärung zur „Gretchenfrage“ klar Position. Bei Kulturveranstaltungen sei schon heute die Raumsuche „immer wieder ein mühsames und manchmal auch erfolgloses Unterfangen. Es gehört viel Beharrlichkeit dazu, dann doch immer wieder – wenn auch nicht immer befriedigende – Lösungen zu finden.“.

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Die Sicht von Lokalhistorikern in 100 Jahren zur „unendlichen Geschichte“ der Nutzung der früheren Hans-Memling-Schule, so Preuschoff weiter, wäre sicher interessant. „Die Stadt kämpfte leidenschaftlich, sogar vor Gericht, um die Wiedererlangung des Eigentums nach der Aufgabe des Schulzwecks durch den Träger, hat dann aber anscheinend keine Vorstellung, was mit dem Gebäude geschehen soll.“ Immerhin habe sich die Stadtverordnetenversammlung 2013 per Beschluss für ein Bildungs- und Kulturzentrum am Standort HMS-Schule ausgesprochen. „Allein das für die Ausführung zuständige Organ, der Magistrat, machte keine Anstalten, den Auftrag auszuführen.“ Das nunmehr vorliegende, gründlich belegte Nutzungskonzept der „Freunde der HMS“ habe ein Vorbild, das einige Parlamentarier auch schon in Augenschein genommen haben: das Kulturhaus der Stadt Wertheim. „Die Parallele zum HMS-Gebäude drängt sich geradezu auf. Die Verantwortlichen dort weisen mit Stolz auf die Synergieeffekte hin, die sich aus der räumlichen Konzentration verschiedener Bildungs- und Kultureinrichtungen ergeben.“ Wer sich dieses Wertheimer Haus einmal angesehen habe, so Preuschoff weiter, „kann nicht verstehen, wie ein solches Projekt mit einem Bürgerhaus verwechselt werden könnte. Ein Bildungs- und Kulturhaus ist etwas völlig anderes (...) Offenkundig herrscht dort (in Wertheim) der politische Wille, sich das etwas kosten zu lassen.“

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Dagegen sei in Seligenstadt der Wille, den Trumpf Kultur im Wettbewerb als wesentliches Merkmal zu nutzen, „offenkundig nicht ausgeprägt. Nun ja, es könnte ja auch etwas kosten. So hat Bildung/Kultur auf der Homepage der Stadt keinen eigenen Menüpunkt, im Gegensatz zu 55 bis jetzt spontan zusammengetragenen Beispielen von vergleichbaren Klein- und Mittelstädten, von denen ein Teil mit ihrem Angebot der Stadt Seligenstadt nicht einmal das Wasser reichen könnte.“ (mho)

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